Toettchen

Mostert aus Düsseldorf – Senfsuppe

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Auf einer Speisekarte von Paul Bocuse stand einst ein Zitat von Vincent van Gogh: „Das Einfache ist das Schwierige.“ Van Gogh hat damit allerdings nicht das Kochen alleine gemeint. Über seine Vorlieben beim Essen ist ohnehin nur wenig überliefert. Doch über sein Lieblingsgetränk wissen wir einiges: Absinth. Zu den berühmten Absinth-Trinkern seiner Zeit zählen unter anderen Paul Gauguin, Henri de Toulouse-Lautrec und eben Vincent van Gogh. Für eines seiner berühmten Kunstwerke „l´Absinthe“ stand eine Absinth-Karaffe und ein Absinth-Glas Modell. Vielleicht lässt sich daraus schließen, dass Van Gogh auch gerne Speisen mit Senf aus Düsseldorf aß, denn auf einem anderen Stillleben „Flaschen, Töpfe und Schachteln“ verewigte er ein Düsseldorfer Mosterttöpfchen. Auf seinen Studienreisen zur Düsseldorfer Kunstakademie hatte er den Düsseldorfer Mostert schätzen gelernt, und war so begeistert, dass er den Senf in dem blaugrauen Tontöpfchen mit dem Anker darauf 1884 auf seinem Bild verewigte.

Diesen Mostert und das Töpfchen gibt es heute noch. Adam Bernhard Bergrath verewigte sein Monogramm und den Düsseldorfer Anker auf seinen kleinen weißen Senftöpfchen. Maria Sibilla Christine Karoline Bergrath übernahm nach dem Tode ihres Mannes das Geschäft. Sie ließ die scharfe Zutat mit dem geänderten Aufdruck: A.B. Bergrath Sel.Wwe. versehen, und trat einen Siegeszug über die Zungen und über die Mägen der Feinschmecker an. Die „Selige“ Witwe verschaffte dem Mostert die Geltung, die er als einzigartige Spezialität aus Düsseldorf bis heute genießt. In Düsseldorf gibt es noch einige andere Senfproduzenten. 1726 wurde hier die erste deutsche Senffabrik gegründet.
Der Begriff „Düsseldorfer Senf“ ist heute als regionale Spezialität geschützt. Der „Düsseldorfer Mostert“ darf nur in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens hergestellt werden und muss bestimmte Inhaltsstoffe wie „besonders kalk- und mineralienhaltiges Düsseldorfer Wasser“ und unfiltrierten Branntweinessig enthalten.
Ich verstehe nicht, warum heute hunderte aromatisierte Senfsorten in den Regalen stehen. Einige wenige und dann selber gegebenenfalls aromatisieren (wovon ich kein Freund bin) würden reichen: wenn dann auch noch die Qualität stimmt.
Entsprechend der Devise von Van Gogh ein einfaches Rezept für eine

Senfsuppe mit gebratenem Speck

Zutaten
1 Stange Lauch
50 g Butter
60 g Mehl
1/8 l Sahne
1 l Rinderboullion
2 ½ EL Senf (je nach Geschmack scharf oder mittelscharf)
Zucker
50 g Speck

Zubereitung
Den Lauch putzen und in feine Ringe schneiden, in Butter andünsten und mit dem Mehl bestäuben, dass eine Schwitze entsteht. Diese mit Rinderboullion ablöschen. Den Senf dazugeben und kurz köcheln lassen. Mit einer Spur Zucker abschmecken.
In der Zwischenzeit den Speck in etwas Butter anbraten.
Die Suppe mit Sahne verfeinern und den Speck hinzugeben.

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