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Grubentuch – Mutterklötzchen und Eier in Specksoße

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Einst gehörte es zu jedem Bergmann in der Waschkaue: das Grubentuch, mit dem die Kumpel sich abtrockneten und das ein charakteristisches Karomuster hatte. In den Waschkauen war das gemusterte Gewebe beliebt, weil Kohlenstaub darin fast unsichtbar hängen blieb. Als Geschirrtuch gibt es das Grubentuch heute noch: blaugemustert. Eine historische Kollektion, auf originalen Webstühlen des Textilmuseums in Borken gewebt, ist in verschiedenen Museumsshops der Museen an der Industrieroute Ruhrgebiet erhältlich.
Es hatte aber noch eine weitere Aufgabe. Früher haben die Kumpels ihr sogenanntes „Mutterklötzchen“ in ihr Grubentuch eingewickelt – das tägliche Brennholzdeputat zum Herdanzünden, abgesägt vom „ausgeraubten“ Grubenstempel, oder – unerlaubterweise vom frisch angelieferten.

So oder so, Mutter brauchte ein Klötzchen, wenn sie das Essen kochen sollte. Und wer am Tor nicht auffallen wollte, der wickelte sein Mutterklötzchen eben in sein Blaukariertes ein. Ein beliebtes Rezept im Ruhrgebiet waren Eier in Specksoße:

8 Eier
125g fetter Speck
2 EL Mehl
1 große Zwiebel
¼ l Brühe
Salz, Pfeffer, Essig

Speck und Zwiebeln klein würfeln und glasig anrösten, dann mit Mehl bestäuben. Die Einbrenne mit Brühe ablöschen, aufkochen und mit den Gewürzen säuerlich abschmecken.
Darin legt man die wachsweich gekochten Eier und serviert alles mit Salzkartoffeln und Salat.

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