+ Weinbergpfirsicheis mit Grand Manier

Ich gehe gerne in ein Geschäft für osteuropäische Lebensmittel, das ganz in meiner Nähe liegt. Es sind jetzt 14 Jahre her, dass ich das erste mal davon geschrieben habe und ich bin immer noch begeisterter Kunde. Inzwischen wurde der Laden um eine Bäckerei, die verschiedene Brot und Gebäckspezialitäten anbietet, erweitert. Zu meinen Lieblingsbroten gehört das Borodinski Brot. Borodinski Brot ist ein dunkles, kräftiges Kastenbrot aus Kochteig. Die Krume ist mit mittelgroßen Poren gleichmäßig verteilt. Die Oberfläche ist mit ganzen Koriandersamen
bestreut.
Der Name erinnert an die Schlacht von Borodino. (Hier standen sich im Jahr 1812 die napoleonischen und russischen Truppen gegenüber.) Es ist bekannt, dass die Rezeptur des Brotes 1933 vom Moskauer Brottrust entwickelt wurde. In der Literatur gibt es bis 1920 keine Erwähnung der Brotsorte. Daher ist es möglich, dass der Name gemeinsam mit der Rezeptur des Brotes entstanden ist. Allerdings gab es ähnliche Rezepte, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts erwähnt wurden – mit dem Unterschied, dass anstatt des Korianders Kümmel verwendet wurde. (Wikipedia)

Man kann dieses Brot auch selber backen, aber Backen kommt bei mir selten vor, daher kaufe ich es immer frisch beim Bäcker. Wer das Brot nachbacken möchte, dem empfehle ich das Rezept bei cocotte.de.
Ich habe mir erzählen lassen, dass ein großes Stück Borodinski Brot zusammen mit einer Salzgurke und einer Flasche Wodka ein wunderbares Abendessen sei. Ich habe es nicht ausprobiert, bevorzuge dafür andere gute Dinge zu diesem Brot: beispielsweise einen Matjessalat.
Die klassischen Begleiter für Matjes sind Apfel, Zwiebel, Gurke und Sauerrahm. Das kam auf jeden Fall in meinen Salatmischung hinein. Zum gewürfelten Matjesfilet kam dann noch duftender Dill, Zwiebelstreifen und Frühlingszwiebel sowie feine Apfelstückchen. Zusammen ergab alles einen köstlichen Salat.
Das Borodinski Brot passte ausgezeichnet dazu – wobei Bratkartoffeln oder neue Kartöffelchen auch gut gemundet hätten.
Und es gab wieder einmal ein Dessert. Kaum erwähnenswert, aber sehr lecker: Weinbergpfirsiche mit Grand Manier – Pfirsiche püriert, eine gute Portion Grand Manier, mit Limette abgeschmeckt und tiefgefroren. Mit der Eismaschine cremig gerührt. Eine herrlicher Erfrischung an einem heißen Sommertag.
