
Ich mag chinesisches Essen. Eigentlich kann man das so nicht sagen, denn China ist groß und die Küchen des Landes der Mitte sind sehr unterschiedlich. Die von der Natur vorgegebenen Konstanten haben einen nicht unbeträchtlichen Einfluss auf die jeweiligen Kochtraditionen. Kulinarisch unterscheidet man gerne nach den acht Provinzen. Einfacher ist es, sich an die vier Großregionen zu halten. Danach ist die Küche im Osten sauer, im Süden süß, im Westen scharf und im Norden salzig. Heute koche ich ein Rezept aus der Provinz Szechuan nach.
Essen ist für alle Chinesen etwas sehr wichtiges. „Wenn etwas den Chinesen zu völligem Ernst zwingt, so ist es weder die Religion noch die Bildung, sondern das Essen“. Auf diesen einfachen Nenner brachte es in den 1930er Jahren der Schriftsteller Lin Yutan in seinem Buch „Mein Land und mein Volk“.
Bein „Stöbern“ durch verschiedene Kochblogs stieß ich auf den der jungen Bloggerin Elain, durch die auch zum folgenden Rezept inspiriert wurde.

Sie schreibt über sich „Ich bin Elaine, die Inhaberin, Köchin und Fotografin dieses Blogs. Ich lebe jetzt in China und bin in der Provinz Sichuan aufgewachsen. Von klein auf hatte ich zwei großartige Köchinnen um mich herum: meine Mutter und meine Großmutter. In meiner Jugend bin ich viel durch China gereist und habe unzählige leckere chinesische Gerichte probiert. Mit diesem Blog ChinaSichuanFood möchte ich meine Kochideen und einige meiner schönsten kulinarischen Erlebnisse mit euch teilen.“
Die Rezepte, die sie vorstellt, sind meist einfach nachzukochen und wirklich überraschend gut. Die Zutaten sind einfach und inzwischen, dank einiger asiatischer Geschäfte überall zu bekommen. Man braucht nicht unbedingt einen Wok, eine tiefe Pfanne tut es auch. Wenn ich jetzt das Rezept niederschreibe, ist es deswegen, weil ich kleine, aber keine essenziellen Änderungen vorgenommen habe. Rezepte sind keine Gesetze, sondern sollen Anregungen sein.

Zutaten:
250 g Sparerips vom Schwein, in Segmente geschnitten, 5 große Kohlblätter, gewaschen, von Hand zerkleinert und vollständig abgetropft, 4 Knoblauchzehen, in Scheiben geschnitten, 1 kleines Stück Ingwer, in Scheiben geschnitten, 4 frische Thai-Chilis, in kleine Ringe geschnitten, 3 Frühlingszwiebeln, in kleine Stücke geschnitten und die grünen und weißen Teile getrennt
1 EL helle Sojasauce, 1/4 TL Salz, 1/2 TL Zucker, 1/2 EL Sesamöl
Zubereitung:
Etwas Öl im Wok erhitzen und die Streifen Sparerips darin anbraten. Wer keinen Wok hat, nimmt eine tiefe Pfanne. Im Rezept von Elain nimmt sie Schweinebauch in dünnen Scheiben. Der ist natürlich schneller gegart. Hier greife ich zu einem kleinen Trick. Wenn die Sparerips schon eine schöne Kruste haben, gebe ich sie bei 200° C für fünf Minuten in die Heißluft Fritteuse. Dann sind sie bis auf den Knochen gegart. Danach kommen sie wieder in den Wok.
Knoblauch, Ingwer, Frühlingszwiebeln, und Thai-Chilis dazugeben. Eine halbe Minute anbraten, bis es duftet.

Elain weist darauf hin, dass der gewaschen Kohl ganz trocken sein muss. Also nach dem Waschen gut abtropfen lassen. Kohl dazugeben, kurz anbraten, dann helle Sojasauce, Salz und Zucker hinzufügen. Sesamöl untermischen. Heiß servieren.
Die frischen roten Chilischoten verleihen dem Gericht eine intensive Frische und Schärfe, die hervorragend mit dem leicht süßlichen Geschmack des Kohls harmoniert. Dieses Schweinefleisch-Kohl-Pfannengericht ist in China als Chinakohl-Trockentopf bekannt. Serviert wird es mit Reis