Als ich vor vielen Jahren von Westfalen in die Schweiz zog, kannte ich ihn noch nicht: den Dreikönigskuchen. Im ersten Jahr wunderte ich mich, als ich am Morgen beim „Bäck“ mein „Brötli“ holte, dass alle Welt einen Dreikönigskuchen holte: Rund – mittendrinnen eine große Kugel und rundherum kleine Kugeln mit einer braun glänzenden Oberfläche. Im Betrieb hatte eine Kollegin einen davon mitgebracht und jeder bekam ein Stück davon. In einer Kugel war ein kleiner König aus Plastik eingebacken. Wer dann beim Verzehr auf diesen Glücksbringer stößt, ist für einen Tag König.

Inzwischen hat mich Wikipedia belehrt:
„Der Dreikönigskuchen oder Königskuchen (englisch King Cake oder King’s Cake, französisch Galette des Rois, portugiesisch Bolo-rei, spanisch Roscón de Reyes) ist ein traditionelles Festtagsgebäck, das zum 6. Januar, dem Tag der Erscheinung des Herrn (Epiphanias), dem Festtag der heiligen drei Könige gebacken wird. Mit seiner Hilfe wird der Bohnenkönig gelost.
„Martin Lienharts Elsässisches Wörterbuch berichtet aus dem Jahre 1572: „noch werden die bonen im königküchen auff die heyligen dreykönigtag gefunden“, und aus dem Jahr 1625: „uff den hl. Dreikönigstag pflegen sie Königskuchen zu backen und in einem iedwedern Kuchen steckt eine Bohne, und wer dan dieselbige bekompt, der wirdt für den König gehalten.““
Da ich nahe der französischen Grenze wohnte und den franzöischen Bäcker, dem Dorfbäck in der Schweiz vorzog, lernte ich bald, dass dort der Dreikönigskuchen „Galette des rois“ heißt und viel aufwendiger gebacken wurde.
Als meine Kinder noch klein waren, habe ich den Dreikönigskuchen selbst gebacken. Leider konnte nur eines der Kinder „König“ werden und die anderen´durften hoffen, dass sie im nächsten Jahr der König sind. Die Krone haben sie selbst gebastelt und die, die leer ausgegangen sind, bekamen eine Prinzenkrone.
Zutaten
500 g Mehl, 30 g Hefe, 1/4 l Milch, 65 g Zucker, 65 g Butter, 1 – 2 Eier, 1/2 TL Salz, etwas Fett für die Form, 30 g Butter zum Bestreichen, 1 Mandel oder Haselnuss oder eine Bohne
Zubereitung
Mehl in eine Backschüssel geben und in der Mitte eine Vertiefung eindrücken, die zerböckelte Hefe mit einem Teelöffel Zucker hineingeben, mit etwas lauwarmer Milch übergießen und mit etwas Mehl zu einem flüssigen Vorteig verrühren, der zugedeckt etwa dreißig Minuten gehen muss.
Danach mit den übrigen Zutaten zu einem glatten Hefeteig verarbeiten. Den Teig mit einem Kochlöffel schlagen, bis er sich vom Schüsselrand löst. (Mit der Hand kneten geht auch.)
Teigstücke abtrennen. Eine große Kugel in die Mitte einer gefetteten Springform setzen und rundherum gleichmäßigen Kugeln in die Kuchenform setzen. Aber nicht vergessen, in eine dere kleinen Kugeln muss die Mandel oder Nuss versteckt werden. Nochmals gehen lassen, dann ca. 1/2 Stunde bei 200° C backen. Kurz vor Schluss mit zerlassener Butter bestreichen.