Toettchen

Zwiebelsuppe – ganz einfach

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Vor vielen Jahren zogen die Nachtschwärmer in Paris in die Les Halles, als dort spät in der Nacht, ja eher in den frühesten Morgenstunden, auf dem längst vergangenen Pariser Zentralmarkt die beste aller Zwiebelsuppen verkauft wurde. Denn eine Zwiebelsuppe ist in Frankreich ein bewährtes Heilmittel nach einer durchfeierten Nacht. Heute ist es schwer, eine richtige soupe à l’oignon in Paris zu finden. Was überall als Touristen-Menü angeboten wird hat nichts mehr mit dem Original zu tun. Es ist eine glanzlose Zwiebelsuppe gratinée, die brodelnd mit klebrigem Käse serviert wird. Nun will ich nicht behaupten, dass das folgende Rezept das allein seligmachende ist. Zum Beispiel wird die Zwiebelsuppe in der Umgebung von Lyon viel dicker zubereitet, im Ofen gratiniert und durch ein Loch, welches man in die Kruste drückt, gibt man vor dem Servieren Portwein vermischt mit Eigelb hinein. Doch diese Suppe werde ich ein anderes mal vorstellen. Heute habe ich eine einfache Zwiebelsuppe gekocht.
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Es ist recht einfach, eine hervorragende Zwiebelsuppe zuzubereiten. Und man braucht auch vorher keine durchfeierte Nacht, um sie genießen zu können, denn sie ist auch ein ausgezeichnetes Gegenmittel bei stürmischen, kaltem Wetter.
Die Suppe kann man aus fast „Nichts“ kochen. Die Zutaten hat man eigentlich immer im Haus. Ihre drei Hauptbestandteile sind Zwiebeln, Salz und Pfeffer. Trotzdem erfordert es eine gewisse Finesse, sie zuzubereiten.
Das Rezept, welches ich nachkoche, stammt von Jaques Pépin. Seine Anleitung: Nimm eine Pfanne, diese nicht überladen oder die Zwiebeln werden nicht braun. Die Hitze hoch halten, aber nicht zu hoch, so dass die Zwiebeln nicht zu schnell zu braten und dann verbrennen. Großzügig mit Salz und Pfeffer würzen. Lorbeerblatt und Thymian sind wichtig, alles andere ist verhandelbar. Ein kleiner roter Wein ist nett, ein Spritzer Cognac könnte nicht schaden.
Die sorgfältig karamellisierten Zwiebeln sind nun bereit für die Suppe. Rinderbrühe oder Hühnerbrühe? Nein, sagte Pépin. Zu extravagant. Dies ist ein einfaches Bauerngericht. Machen Sie es mit „Château Chirac“, normalem Leitungswasser! Die Suppe war wirklich unglaublich gut gewürzt.
Für die Einlage wird das Brot vorgeröstet, mit geraffeltem Käse (ich bevorzuge Comté) und wenig kleingeschnittenem Salbei belegt und gratiniert.
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8 Kommentare

  1. Schöne Zubereitungsbilder! :-) So eine Suppe könnte ich heute Mittag gut verputzen!
    Und das mit dem Zwiebelbraten habe ich bei den indischen Currys gelernt – und es dauert und dauert, bis sie endlich soweit sind, dass man sie karamellisieren kann… aber das Warten lohnt sich.

  2. So eine Schüssel Zwiebelsuppe wäre jetzt ja schon lecker. Ich hab Kohldampf und unser Büro hier ist saukalt. Ich bräuchte unbedingt etwas, das mich wärmt :-)

  3. Die legendäre Zwiebelsuppe im berühmten Pariser Hallen-Bistro Au Pied de Cochon…. jaja, ich wollte sie auch unbedingt probieren… und war masslos enttäuscht.
    So ähnlich wie Du bereite ich sie auch zu, ich bestäube die Zwiebel allerdings beim Anbraten mit 1 – 2 EL Mehl und giesse später mit Weisswein auf.
    Jetzt habe ich Lust auf Zwiebelsuppe bekommen.

    • @ Elsässerli
      Ich bestäube die Zwiebeln auch leicht mit Mehl und lösche mit Weißwein ab. Und Thymian und Lorbeeren gehören in eine Zwiebelsuppe – ob nun französisch oder schweizerdeutsch – sowieso rein.

      • @ Bonjour Alsace
        @ Wilde Henne
        Dann sind wir zu dritt ! Der Suppentopf wird je länger je grösser … :-)

        • @ Bonjour Alsace
          @ Wilde Henne
          @ Basler Dybli

          Zwiebelsuppenrezepte gibt es wohl so viele, wie es kochende Hausfrrauen in Frankreich gibt. Und in wenigen Tagen werde ich ein anderes interessantes Zwiebelsuppenrezept verbloggen.

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