Schlagwort-Archive: Wachtelei pochiert

Zweimal inspiriert: Wachtelei und  Schweinebäckchen

Am Samstag vor einer Woche war ich mit Mme cocotte sauvage beim Degustieren von Koch- und Backproben der Kochklasse ihrer Tochter. Es war erstaunlich auf welch hohem Niveau diese jungen Köche, die noch in der Ausbildung sind, Ihre Aufgaben meisterten. Unter all den hervorragenden kleinen Meisterwerken war sicher eine Charlotte russe zu erwähnen. Daneben gab es allerlei Pasteten, warme Gerichte und einen Abstecher in die exotische Küche mit einer Auswahl Sushis.

Ich persönlich begeisterte mich auch für ein Wachtelei, sous vide gegart, in einem kleinen Vollkornbrötchen auf Trüffeljus angerichtet. Diese kleine Vorspeise inspirierte mich zu:

Pochiertes Wachtelei auf Steinpilzcreme im Windbeutelchen

Dafür habe ich zuerst einmal kleine Windbeutel hergestellt. Das Rezept findet man hier!

Ich mache keine Mengenangaben, da ich voraussetze, dass der geneigte Leser, der dies nachkoche möchte, weiß, wie viele Esser am Tisch sitzen und wie groß die Portionen sein sollen.

Ich lasse ein wenig fein geschnittene Schalotte in Butter anziehen und gebe die in Stücke geschnittenen Steinpilze dazu. Die Steinpilze habe ich natürlich aus dem Tiefkühler. Nach wenigen Minuten kommt Rahm dazu, ganz fein geschnittene Petersilie und eine Msp. von einer Café de Paris Gewürzzubereitung. Zum Schluss schmecke ich es mit einer Prise Salz und einem milden weißem Pfeffer ab.

Jetzt nehme ich den Passierstab und püriere die Masse und lasse sie danach auf eine cremige Konsistenz einkochen. Damit wäre der größte Teil der Arbeit erledigt. Jetzt müssen nur noch die Wachteleier pochiert werden. Auch hier setze ich voraus, dass man weiss, wie so etwas geht.

Die kleinen aufgeschittenen Windbeutel setze ich auf einen Spiegel aus der Steinpilzcreme, fülle ihn  mit einem Löffelchen von der selben Creme und setze oben auf das pochierte Wachtelei. Das war es. Es schmeckt ausgezeichnet.

Die zweite Inspiration bekam ich in der Woche vor Weihnachten. Wir waren im Montbéliard, einer kleinen Stadt in der Bourgogne-Franche-Comté im Osten Frankreichs. Durch Eheschließung kam Montbéliard einst zu Württemberg und hieß damals Mömpelgard. Jedes Jahr während der Adventszeit knüpft Montbéliard an seine württembergische Traditionen an und organisiert einen außergewöhnlichen Weihnachtsmarkt. Dieser zauberhafte Markt findet im historischen Zentrum von Montbéliard statt und zieht hunderttausende Besucher an. 400.000 hat man 2016 gezählt, die die „weihnachtlichen Lichter in Montbéliard“ (Lumières de Noël) besuchten.

Wir waren nicht das erste mal in Montbéliard, wo wir in einem bezaubernden Hotel wohnten, dass ich wärmstens empfehlen kann: Hôtel de la Balance. Das Hotel ist am dem XVI. Jahrhundert und strahlt eine besondere Atmosphäre aus. Auch das Restaurant, das wir besuchten, kannten wir bereits: das „Le Chatel“.

Hier nimmt man sich Zeit für den Gast und vor allen Dingen auch für die Speisen, die alle frisch zubereitet werden. Man kocht ausschließlich mit regionalen Produkten. Wir aßen an diesem Abend: Joue de porc Comtois, Lentilles de Puy, légumes als Hauptgang. Nun hätte ich für die Zubereitung einen Vin jaune gebraucht, den ich nicht hatte – und die anderen Zutaten, ich konnte mich nur nach dem richten, was ich geschmeckt hatte. So entstand dadurch folgendes Gericht:

Schweinebäckchen mit Wurzelgemüse, Staudensellerie und Linsen

Zutaten für 4 Personen:
8 Schweinebäckchen (das ist reichlich)
Butterschmalz
Verjus (in meinem Fall aus der Kartause Ittingen)
ein herber Weißwein
1 Bund Bratenkräuter
1 große Zwiebel
2 Möhren
2 Petersilienwurzeln
1 kleine Sellerieknolle
1 Pastinake
1/4 Staudensellerie
Linsen (vorgekocht mit Suppenkräutern)
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Die Schweinebäckchen im heißen Butterfett anbraten, die grob geschnittene Zwiebel und das Gewürzsträußchen dazugeben und mit etwas Verjus und Wein aufgießen und langsam (ca. 3 Stunden) schmoren. Eventuell muss man zwischendurch etwas Wein nachgießen.
Nach den drei Stunden habe ich das gerüstete, in Stücke geschnittene Wurzelgemüse dazugeben und alles noch 30 Minuten garen lassen. Ganz zum Schluss kamen die vorbereiteten Linsen hinzu.
Jetzt musste ich nur noch mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu gab es Drillinge mit Kümmel und grobes Salz in Butter geschwenkt.

(Ein Teil der Fotos sind von der „Wilden Henne“)

Share on Facebook