Soester Käsesuppe mit Hackfleisch und Lauch

Im Herzen von Westfalen liegt Soest am Rande des Lippetals. Die Lippe durchschlängelt Westfalen von Osten nach Westen und mündet bei Wesel im Rhein. Diese Landschaft bietet üppige Natur und Gegensätze. Während nördlich der Lippe die Münsterländer Parklandschaft liegt kommen wir südlich in die Soester Börde. Die Börde war schon immer ein fruchtbares Land. Im Herzen der Börde liegt Soest, manchmal auch als die heimliche Hauptstadt Westfalens genannt.

Wasserschloß Hovestadt  im Lippetal

Wasserschloß Hovestadt im Lippetal


Im Lippetal

Im Lippetal


Soest war seit 1130 die erste Stadt mit Stadtrechten in Deutschland. Ihre Lage am Hellweg von Aachen nach Berlin, die fruchtbare Umgebung und die dortige Salzgewinnung ließ sie im frühen Mittelalter zu einer der bedeutendsten Städte heranwachsen. Bis weit in den Norden und Osten Europas trieb man Handel – lange vor der Hanse und später als deren Mitbegründer. Soest war eine regional und international bedeutende Handelsmetropole und Mitglied in den großen Städtebündnissen. Nach und nach wurde ein eigenes Herrschaftsgebiet erworben – die fruchtbare Börde. So wurde auch Soest auch bald kirchliches Zentrum und zahlreiche Kirchen zeugen heute noch davon.
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In jeder dieser Kirchen stehen mehr als ein Altar, ausgeschmückt mit Tafelgemälden, die so schön sind, dass sie noch heute das Herz der Menschen anrühren. Es braucht viel Zeit, um alle zu sehen. Wer das möchte, muss pilgern: von Pauli zu Petri, von Mariae zur Wiese zu Mariae zur Höhe. Vor einem halben Jahrtausenden halfen diese Bilder den Menschen, sich den Vorstellungen von den Erzählungen in der Heiligen Schrift zu machen. Vor diesen gemahlten und geschnitzten Bildern haben sie gebetet und gehofft, weil ihnen die Darstellung der Szenen nahe war.
Schnitzaltar in der Kirche Mariae zur Wiese - Soest

Schnitzaltar in der Kirche Mariae zur Wiese – Soest


Maria im Ährenkleid - Maria zur Wiese in Soest

Maria im Ährenkleid – Maria zur Wiese in Soest

Die reichen Soester Kaufleute hatten es nicht nötig, einfache Grützsuppe zu essen, die damals bei den Bauern weit verbreitet war. So kaum auch manches mal eine Suppe auf den Tisch, die Käse und Fleisch enthielt. Der Käse wurde aus Gouda in Holland importiert. Das folgende Rezept für eine Käsesuppe mit Hackfleisch und Lauch ist modifiziert und unserer Zeit angepasst.
kaesesuppe
Zutaten:
500 g Hackfleisch vom Rind
20 g Butterfett
1 Zwiebel
1 Stange Porree
1 Spitzpaprika
1 Liter Gemüse- oder Fleischbrühe
250 g Sahne-Schmelzkäse
250 g Frischkäse
Muskatnuss
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Das Hackfleisch im Butterfett anbraten.
Zwiebeln zu feinen Würfeln, Porree und Spitzpaprika in feine Streifen schneiden und zum Hackfleisch geben.
Den Schmelzkäse und Frischkäse hinzufügen, mit Brühe auffüllen und 1/2 Stunde köcheln lassen, ab und zu umrühren.
Die Sahne dazugeben, mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Suppe darf man nicht mehr aufkochen, nur noch aufwärmen, sonst gerinnt die Käsemasse!

Türkisches Frühstück – Menemem

Türkisches Frühstück könnte ich den ganzen Tag essen. Türkisches Frühstück – das kann man nicht verallgemeinern, denn die Türkei ist groß und jede Gegend hat ihre kulinarischen Besonderheiten. Das Frühstück im Hotel in Diyarbakir war zuerst erschreckend: immer wieder Brot, Butter, die schon etwas älter schmeckte, Rosenblütenmarmelade und weißer Käse, fast geschmacksneutral und natürlich Tee. Der Tee war gut, türkischer Tee von der Schwarzmeerküste. Da wusste ich noch nicht, dass dies nur ein schlichtes Frühstück ist. Ich begann das Frühstück in diesen kleinen Restaurants und Imbissstuben einzunehmen und es wurde vielfältiger und ich mochte es nicht mehr missen.

Es gab Sigara Böreği, diese zigarrenförmigen (Name!) Blätterteigröllchen, gefüllt mit Käse, die unterschiedlichsten Suppen und Eierspeisen, Oliven, Tomaten und Gurken aufgeschnitten und dazu frisches, noch warmes weißes Brot. Aber besonders zwei Gerichte haben es mir angetan:
Menemem – das ist Rührei mit Tomate, Zwiebel und Paprika und Sucuklu Yumurta – Rührei mit Knoblauchwurst . Wenn ich mir heute am Morgen etwas Gutes tun will, köchel ich mir Menemem (Knoblauchwurst habe ich so selten da!). Es ist typisch türkisch, ich würde da nie einem Türken widersprechen, aber ich habe es überall im Mittleren Osten, vor allem auch im Iran serviert bekommen. Es schmeckt fantastisch.

Dies ist eine Variante, bei der ich nur das Eiweiß leicht verrührt habe und mit etwas Piment d`Espelette gewürzt habe.


Zutaten:
(die Mengenangabe lasse ich weg, da man gut variieren kann und das nimmt, was im Haus ist)
Tomaten
Zwiebeln
Spitzpaprika (grün oder rot) (auf keinen Fall die wässerigen runden Paprikaschoten)
Eier
Salz und Pfeffer
glattblättrige Petersilie
Öl

Zubereitung:
Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die feingeschnittenen Zwiebeln und Paprika zugeben und leicht anbraten. Dann kommen die geschälten und feingeschnittenen Tomaten dazu. Man lässt alles gut köcheln, bevor man die feingeschnittene Petersilie zufügt und mit Salz und schwarzem Pfeffer würzt.
Dann die Eier aufschlagen, darauf setzen und mit einer Gabel (ich nehme einen Holzlöffel) verrühren, bis das Gericht eine rosa Farbe angenommen hat und noch leicht weichlich ist. Wer es lieber mag, verrührt die Eier nicht und brät sie auf dem Gemüse. Dazu frisches Weißbrot.
Guten Appetit oder Afiyet olsun.

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