Mandel-Sesam-Huhn

Dieser Tage flatterte mir unverhofft ein goldgelbes Huhn auf den Tisch. So richtig geflattert ist es nicht, denn es entbehrte bereits jeglicher Federn. Und trotzdem kam es unverhofft. Am frühen Morgen traf ich einen mir gut bekannten Bauern mit Demeterlandwirtschaft. Er klagte, er habe so schöne Masthühner geschlachtet und auf dem Markt auf Laufkundschaft gehofft. Die kam dann aber nicht und so hatte er noch einige Exemplare übrig. Und auf seine Frage: „Willst Du nicht eines nehmen, ich geb Dir Rabatt!“, bin ich gleich mitgegangen. Ich liebe Rabatt und ich liebe gute Masthühner.
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Das Huhn wog satte 2,78 kg und wäre für ein Gericht viel zu viel und auch zu schade gewesen. So habe ich es zerlegt und die Brust, einen Schlegel und einen Flügel zubereitet. Der Rest fand Obdach im TK.
Ein Huhn, so überraschend, erfordert ein besonderes Rezept. Mit viel Mühe habe ich die Haut an vielen Stellen eingestochen und Mandelstifte unter die Haut geschoben. Zur Würze mischte ich Salz, schwarzen Pfeffer, eine Spur Muskat und Rauchpaprikapulver mit zwei EL Traubenkernöl. Da gab ich dann noch etwas fein geschnittene Petersilie und Sesam dazu. Das Huhn darin wenden, diese Würzmischung vorsichtig in die Haut reiben und etwas liegen lassen.
Jetzt den Ofen auf 180° C vorheizen und das Huhn in einer Bratform offen braten. Nach ca 1 Stunde war es wunderbar durch,braun und knusprig.
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Auf die Zutatenliste verzichte ich jetzt. Die Mengen wählt man nach seinem eigenen Geschmack.

Sternanis-Grünspargel-Schnittlauch-Spaghetti mit Basilikum, Parmesan und Mandeln

Wenn man hungrig heimkommt und keine große Lust auf Kochen hat, ist nichts besser, als in einer großzügigen Portion Spaghetti zu schwelgen. Dieses frische, süße und pikante Gericht ist ein Favorit in meinem Haushalt, vor allem jetzt Frühling. Der Sternanis, Spargel, Schnittlauch und der Hauch einer Zitrone geben ihm eine besondere Note.
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Ich berechne es für 4 Personen, obwohl ich es als Einzelportion gekocht habe.

Zutaten
500 g Spaghetti
1 Zwiebel – gewürfelt
3 große Knoblauchzehen – zerkleinert und fein geschnitten
1 Großzügiger Schuss Olivenöl
4 Sternanis, ganz
Meersalz
eine großzügige Prise weißer und schwarzer Pfeffer
5 Bund Schnittlauch
300 g grüner Spargel
300 ml Sahne
Zesten einer halben Zitrone
50 g Parmesan
50 g Mandelblättchen (oder Stifte)
eine Handvoll frische Basilikumblätter

Zubereitung
In einem sehr großen Topf die Spaghetti in Salzwasser al dente garen. Ich bevorzuge Spaghetti al bronzo, weil sie eine längere Gardauer haben.
Einen Schuß OLivenöl erhitzen, den Sternanis hineingeben und die Zwiebel und Knoblauch anziehen lassen (den Sternanis vor dem Servieren entfernen). Auf eine mittlere bis niedrige Hitze für 3/5 Minuten köcheln, bis die Zwiebeln glasig werden. Jetzt kommt der feingeschnittene Schnittlauch und die Sahne dazu. Bei mittleren bis niedrigen Hitze 5 Minuten köcheln lassen, während die Pasta kocht.
Den in feine Scheinchen geschnittenen Grünspargel, das Basilikum, die Mandeln, den Parmesan und einen weiteren guten Schuss Olivenöl in ein hohes Gefäß geben und mit dem Schneidestab zu einem Püree verarbeiten. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Zitronenschale in die Sauce reiben und diese mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Pasta abgießen und in die Sauce geben. Dazu kommt je nach Geschmack 1 – 2 EL vom Spargelpesto. (Kann man das so sagen? – den Rest im Kühlschrank verschlossen aufbewahren.) Gut unterheben und servieren.
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Gebrannte Mandeln

Advent, das ist die stillste Zeit im Jahr, wie es im Liede heißt. Es ist die Zeit der frohen Zuversicht und gläubigen Hoffnung.
Nur in der Küche ist es nicht unbedingt die stillste Zeit, wenn das Kleingebäck oder sonstige Naschereien zur Weihnacht vorbereitet wird.
In meiner Kindheit duftete es nach Wachslichtern und angesengten Tannenzweigen, nach Bratäpfeln und Weihrauch. Den Weihrauch ließ die fromme Großmutter erglimmen, kleine Stückchen der Tannenzweige durfte ich auf die Herdplatte legen, damit er seinen Duft verbreitet. Aber noch besser als die Tannenzweige oder die Wachslichter duftete das frische Spritzgebäck, die Spekulatius und der Geruch nach Vanille und Zimt. Die Gewürze brauchte die Großmutter für gebrannte Mandeln, die es sonst nur zu „Simjü“ auf der Kirmes gab. „Simjü“ ist der Festtag von Simon und Juda.
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Auf dem Weihnachtsmarkt in Überlingen gab es dieses Jahr keine gebrannten Mandeln, so musste ich sie selber machen.
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Zutaten:
400 g Mandeln
300 g brauner Zucker (weißer Zucker tut es auch)
1/2 EL Zimt
1/2 TL getrocknete, geraffelte Pommeranzenschale
das ausgeschabe einer Vanilleschote (ich nehme natürlichen Vanilleextrakt)
1 Msp. Piment d’Espelette
1 Msp. Nelkenpfeffer
1/2 Tasse Wasser
Puderzucker

Zuberatung:
Das Wasser und alle anderen Zutaten in einen Topf oder eine Pfanne geben und erhitzen. Die Mandeln dazugeben und immer wieder rühren. Weil ich faul bin, nehme ich meinen Polentatopf, der ein elektrisches Rührwerk hat. Wenn das Wasser nahezu verdampft ist, zieht der geschmolzene Zucker Fäden. Jetzt braucht es nicht mehr lange und die Mandeln überziehen sich mit der Karamellmasse.
Jetzt nimmt man die Mandeln aus dem Topf und gibt sie zum Auskühlen auf ein Backpapier, das vorher mit Puderzucker bestreut wurde. Alles noch einmal mit Puderzucker bestreuen und auskühlen lassen.
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