3 1/2 x London kulinarisch – Kricket und Rules

3. Tag in London
Während mein Sohn an der großen Anti-Brexit Demo teilnahm, besuchte ich noch einmal den Brixton Markt.

Ganz unscheinbar in einem der Torbogen fand ich ein kleines Restaurant mit Indisch inspirierter Küche. „KRICKET“ in der Atlantic Road 41, London Brixton.
Da für den Abend noch ein großes Essen bei „Rules“ anstand, wollte ich Mittags nur eine Kleinigkeit essen. Ich entschied mich für gegrillte Entenherzen, gewürzt mit Masala, Pistazien und Minze. Dazu gab es Mango Chutney. Sehr lecker, aber auch sehr wenig.

Und weil es so wenig war, nahm ich noch Keralan Fried Chicken mit einer Curryblatt Mayonaise und süß-sauer eingelegten Scheibchen vom Rettich. Und auch dies Gericht enttäuschte nicht. Es schmeckte großartig.


Und da ich das „Kricket“ Kochbuch gekauft habe, kommt jetzt das Rezept für Keralan Fried Chicken mit einer Curryblatt Mayonnaise und süß-sauer eingelegten Scheibchen vom Rettich

Zutaten:

400 g Stücke vom Huhn ohne Knochen und Haut, ich empfehle den ausgelösten Oberschenkel, da das Fleisch saftiger als die Brust vom Huhn ist.
100 g Mehl (Maismehl ist besonders gut geeignet)
100 g Maisstärke
1 TL rotes Chilipulver aus Kashmir (anderes tut es auch)
1 TL Kurkuma
eine großzügige Portion Masala Gewürzmischung
80 g frische Curryblätter, leicht frittiert
200 g Curry Blatt Mayonnaise (Zutaten weiter unten)

Marinade für das Huhn:

300 g griechischer Yoghurt
100 ml Buttermilch
1 TL rotes Chilipulver aus Kashmir (anderes tut es auch)
1 TL Kurkuma
3 grüne Chilischoten, fein gewürfelt
1 Bund frischer Koriander, fein gehackt

für den süss sauren Rettich

200 g Rettich, geschält und in feine Scheiben geschnitten
200 ml Einlegebeize (Zutaten weiter unten)

Zubereitung

Um die Gewürzmarinade herzustellen mischen wir den Yoghurt, die Buttermilch, das Chilipulver, den Kurkuma, die grünen Chilis und den Koriander in einer Schüssel. Dann geben wir die Hühnerstücke in die Marinade, so dass alles bedeckt ist und lassen es für zwei Stunden im Kühlschrank ruhen.

in der Zwischenzeit können wir den Rettich marinieren. Dafür legen wir die Scheiben 2 Std. bei Raumtemperatur in die Marinade und anschließend können wir ihn im Kühlschrank bis zum Gebrauch aufbewahren.

Das Öl in einer tiefen Pfanne auf 180° erhitzen. Das testet man am besten mit einem Holzstäbchen. Wenn es Blasen abgibt, hat man die richtige Temperatur erreicht. Während das Öl erhitzt, mischen wir das Mehl und die Maisstärke, das Chilipulver und Kurkuma in einer Schüssel.

Die marinierten Hühnerstücke aus der Marinade heben und in die die Mehl-Gewürzmischung geben und darin wälzen. Dann für 5 Minuten in das heiße Frittierfett. Nach 5 Minuten sollten die Hühnerstücke fertig sein, herausnehmen und auf Papier entfetten.

Mit den süss-sauren Rettichscheiben und Currymayonnaise servieren.

Einlegebeize

500 ml Weißweinessig,
500 g Zucker
2 Sternanis
1 Zimtstange
4 zerdrückte Knoblauchzehen
2 Lorbeerblätter

Alles mischen und erhitzen, dann abkühlen lassen und kühl stellen

Curryblatt-Mayonnaise

Zuerst brauchen wir Curryblatt-Öl. Dafür mischen wir 2,5 l Rapsöl mit 1 EL Senfsamen, 160 g Curryblätter, 2 1/2 rote getrocknete Chilischote und 2 1/2 TL Kurkuma.
Das Ganze wird erhitzt und dann lässt man es wieder abkühlen. Natürlich kann man die Mengen anpassen.

Für die Mayonaise brauchen wir dann:
die Dotter von 4 großen Freiland-Eiern
ein paar Spritzer Zitgronensaft
1 Liter Curryblatt-Öl
eine Handvoll frischer Curryblätter
5 getrocknete rote Chilischoten
2 TL Kurkuma
und zum Abschmecken, Zucker, Salz und Pfeffer

Aus den Zutaten auf gewohnte Weise eine Mayonnaise herstellen.

Der Abend bei Rules

Um es vorweg zu nehmen: ich habe schon besser bei Rules gespeist. Insgesamt war es gut, aber das war es auch schon. Darum will ich hier auch nur das Menu aufführen.

Smoked Eel with coleslaw & walnut toast
Uig Lodge Smoked Salmon with scrambled eggs

Rib of Beef for two, dauphinoise potatoes, Savoy cabbage & Yorkshire pudding

Rules Sticky Toffee Pudding with walnuts & crème fraîche

Doch einer Anmerkung bedarf es auf jeden Fall: Ohne besondere Ankündigung wurden die Gemüsebelagen geändert und es wurde „mustard green“ serviert.

Das ist schon außergewöhnlich, denn das Grüne von der Senfpflanze kannte ich bisher nur als regionales Gemüse aus einem Teil Westfalens. Dort heißt es Stielmus oder Rübstiele. Eine pikante Schärfe kitzelt die Zunge.

Wenn hier wieder Senf als Zwischenkultur angebaut wird, werde ich es ausprobieren.

3 x London kulinarisch – The Mayflower Pub

Der 2. Tag war Museen vorbehalten. Zuerst besuchten wir die William Turner Ausstellung in der Tate Britain und anschließend waren wir in der „Fotographer’s Gallery“ um die Ausstellung: „Feast for the Eyes – The Story of Food in Photography“ – zu sehen, das Thema passte auch gut zum kulinarischen Charakter unserer Reise.

Den Abend verbrachten wir in einem der historisch bedeutenden und gleichzeitig dem ältesten Pub an der Themse: ein verstecktes Juwel im Herzen von Rotherhithe. Der Original Pub trug seit 1550 den Namen „The Shippe“ und wurde 1780 als „Spread Eagle and Crown“ erneuert, um dann 1957 in „The Mayflower Pub“ umbenannt zu werden. Es sollte eine ehrende Erinnerung an jenes Schiff sein, das die Pilgerväter als erste Kolonisten nach Amerika brachte.

Ganz in der Nähe fuhren einige dieser Familien mit „The Speedwell“ nach Southhampton, bevor sie gemeinsam mit der „Mayflower“ nach Amerika segelten. Doch die „Speedwell“ musste zweimal umkehren und die Kolonisten wechselten in die Mayflower.
Heute leben 28 Millionen Amerikaner , die ihre Abstammung direkt auf diese 23 Familien an Bord der Mayflower zurückführen können.
Eine weitere Besonderheit des Pubs: Es ist der einzige Pub der eine Lizenz zum Briefmarkenverkauf (UK & US postage stams) hat. Das stammt aber aus späterer Zeit, als die Seeleute, die dort vor Anker gingen, nur kurze Zeit an Land hatten. So konnten sie an der Bar ein Bier und eine Briefmarken ordern. Und das geht heute noch.
Wir waren am Freitag im Pub – Friday is Fish Day. Und wir aßen typisches Pub Food. Als Vorspeise gab es „Duck Terrine served with Apple Sauce & Crostini“ und danach wählte mein Sohn: „Seasonal Sausages with Mashed Potato, Black Pudding, Caramelised Onion, Gravy & Seasonal Vegetables“ und ich „Fish and Chips“. Das wäre kulinarisch nicht erwähnenswert. Nein, was dann kam, war ein kleines Erlebnis.

Der Pub bietet eine großartige Käseauswahl an und ich führe hier das gesamte Angebot auf. Serviert wird der Käse, der äußerst gepflegt war, mit einer Karaffe Portwein.

Ein Besuch ist hier auf jeden Fall empfehlenswert, vor allem wenn man einmal einige der großartigen Käse aus Britanien kennenlernen möchte, die leider zu selten den Weg über den Kanal finden.

Die Käseauswahl

Gubbeen
Soft, good “bounce” to the texture.
Nose of mushrooms nuts and forest floor.

Milk- Pasteurised Cow’s
Rennet- Traditional Animal Rennet
Location- Near Schull, Co Cork
Producer- Tom & Giana Ferguson

Mayfield
Semi-hard, pasteurised cow’s milk cheese with natural eyes. Delicious creamy, sweet nutty flavour.

Milk- Pasteurised Cow’s
Rennet- Vegetarian Rennet
Location- Mayfield, East Sussex
Producer- Arthur Alsop and Nic Walker

Olde Sussex
Although a hard cheese, it has an open and bouncy texture and butter-rich in colour.

Milk- Unpasteurised Cow’s
Rennet- Vegetarian Rennet
Location-The Traditional Cheese Dairy, Sussex
Producer- Cliff, Julie & Rebecca Dyball

Baron Bigod
Smooth silky texture and a golden curd,
with long lasting warm earth, farmyard
and mushroom flavours.

Milk- Unpasteurised Cow’s
Rennet- Traditional Animal Rennet
Location- Fen Farm Dairy, Sufflolk
Producer- Jonny Crickmore

Drunken Burt
Golden colour taken from cider with a delicate smokey note from the oak barrels, and a rich, creamy texture.

Milk- Pasteurised Cow’s
Rennet- Vegeterian Rennet
Location- Ollerton, Cheshire
Producer- Claire Burt

Lincolnshire Poacher
Smooth and creamy with nutty notes and a sharp tang that sometimes tastes like pineapples.

Milk- Unpasteurised Cow’s
Rennet- Traditional Animal Rennet
Location- Alford, Lincolnshire
Producer- Simon & Tim Jones

Wigmore
Flavours are gentle, with hints of caramel, while the texture is smooth and creamy without running away with itself.

Milk-Unpasteurised Ewe’s Milk
Rennet- Vegeterian Rennet
Location- Nr Riseley, Berkshire
Producer- Anne & Andy Wigmore

Cornish Blue
Mild and creamy, with a gentle
sweetness and it has a dense
texture and buttery richness.

Milk- Pasteurised Cow’s
Rennet- Vegetarian Rennet
Location- Knowle Farm, Liskeard, Cornwall
Producer- Philip Stansfield

Cornish Yarg
The flavours are gently lactic but with rich, creamy and slightly sweet undertones. The texture crumbles very slightly but it moist and rich.

Milk- Pasteurised Cow’s
Rennet- Vegetarian Rennet
Location- Lynher Dairy near Truro, Cornwall
Producer- Catherine Mead

Crozier Blue
Creamy and salty flavour, with roasted nut aromas.

Milk- Pasteurised Ewe’s Milk
Rennet- Vegetarian Rennet
Location- Beechmount Farm, Co. Tipperary
Producer- The Grupp Family

Katherine
Complex, lemony flavour and smooth texture.

Milk- Unpasteurised Goat’s
Rennet- Traditional Animal Rennet
Location- Pylle, Somerset
Producer- Pete Humphires

Fischmolee mit Curryblättern und Kokosmilch

Dieses Rezept stammt von Sumayya Usmani.  Es wurde vor einiger Zeit in einer Sonderbeilage des Observer (UK) veröffentlich und inzwischen mehrmals von mir nachgekocht.

Sumayya Usmani schrieb ein wundervolles Kochbuch unter dem Titel: „Summers Under the Tamarind Tree“.

Sie blogt unter dem Namen „My Tamarind Kitchen“. Ich kann ihre Kochkurse: CONTEMPORARY + TRADITIONAL PAKISTANI COOKERY CLASSES in London wärmstens empfehlen.

Der Name Molee oder auch Moilee kann mit einer Art Curry in Verbindung gebracht werden, die unter Malayali in Südindien als Moli bekannt ist. (Wikipedia)

Dies schnelle Fisch-Curry-Rezept steckt voller südostasiatischer Aromen. Kabeljau wird sanft in einer Sauce auf Kokosmilchbasis mit ganzen grünen Chilischoten und Curryblättern pochiert, um ihm Wärme und Geschmack zu verleihen.

Zutaten:

350 g Kabeljaurücken , ohne Haut, in große Stücke geschnitten
4 EL Pflanzenöl
1/2 TL Senfkörner
12 Curryblätter
1 weiße Zwiebel , fein gehackt
1 TL Ingwer , gehackt
3 Knoblauchzehen , fein gehackt
3/4 TL Kurkuma
1 Prise Salz
2 Tomaten , entkernt und fein gehackt
3 grüne Chilischoten , ganz, aber längs durchgeschnitten
250 ml Kokosmilch
50 ml Wasser
3 EL Zitronensaft

Zubereitung:

Öl in einer großen Pfanne erhitzen, Senfkörner, Curryblätter und Zwiebeln dazugeben und braten lassen. Sobald die Zwiebeln weich sind (nicht braun), Ingwer, Knoblauch, Kurkuma und Salz hinzufügen und 30 Sekunden kochen lassen

Die Tomaten hinzugeben und 1–2 Minuten weiter braten, dann die ganzen grünen Chilischoten hinzugeben. Als nächstes geben wir die Kokosmilch, 50 ml Wasser dazu und reduzieren die Hitze auf niedrig. Abdecken und 7 Minuten köcheln lassen

Wir nehmen den Deckel ab und geben den Kabeljaurücken dazu.  Vorsichtig weiterköcheln, bis der Fisch gar ist (ca. 3-4 Minuten), dann rühren wir den Zitronensaft unter und schmecken mit den bereits genutzten Gewürze ab.

Dazu servieren wir Basmatireis.