Kabeljaufilet mit Kräuterkruste auf einem Bett aus cremigen grünen Linsen aus Le Puy

Jetzt geht der Sommer zu Ende und ich freue mich schon auf den Rücken vom Skrei, dem Winterkabeljau. Vorerst muss ich aber noch mit den jetzigen Kabeljaufilets vorlieb nehmen. Dafür nehme ich die Rückenfilets, denn diese sind praktisch grätenfrei. Kabeljau gehört eindeutig zu den Fischen, die ich sehr gerne zubereite. Das fiel mir heute auf, als ich nachschaute, welches Kabeljaurezepte ich schon verbloggt hatte.
Und ebenso gerne, wie ich Kabeljau mag, liebe ich Linsen. Kabeljau auf Linsen ist eine einfache, aber schmackhafte Kombination, die als Vorspeise oder als Hauptmahlzeit geeignet ist.
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Zutaten
4 x 200g Kabeljaufilet Rückenfilets
Kräuterkruste:
6 Scheiben Weißbrot in Scheiben geschnitten Medium
50 g ungesalzene Butter
1 TL gehackte glatte Petersilie
½ TL gehackter Dill
½ TL gehackter Schnittlauch
Salz und Pfeffer
cremig Puy-Linsen:
300 g Puy-Linsen
50 g Butter
1 weiße Zwiebel fein gewürfelt
1 große Karotte, geschält, längs geviertelt und in feine Scheiben geschnitten
1 Stange Sellerie, aufgeteilt längs in feine Scheiben geschnitten
1 Knoblauchzehe, zerdrückt 1 TL gehackter frischer Thymian 1 TL gehackte glatte Petersilie
½ TL gehackter frischer Thymian
1 Lorbeerblatt
100 ml Weißwein
200 ml Sahne

Zubereitung
Kräuterkruste:
Die Butter schmelzen
Vom Brot die Krusten entfernen und klein schneiden und in einer Küchenmaschine zu Brotkrumen zerreiben. Die zerlassene Butter und die Kräutern hinzufügen.
Es soll eine schöne homogene Masse ergeben, die wir abschmecken und dann mit einem Dressiersack auf ein Blatt Backpapier geben, ein zweites Blatt darauf setzen und auf eine Stärke von 3mm ausrollen. So kommt jetzt die Butter-Brot-Kräutermischung für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank.
Creamy Puy-Linsen:
Die Linsen mit Knoblauch, Lorbeer und Thymian in einer Kasserolle mit kaltem Wasser bedecken und zum Kochen bringen, 10 Minuten köcheln lassen. Mit kaltem Wasser abduschen und danach abtropfen lassen. Lorbeerblatt entfernen.
In einer sauberen Pfanne 50g Butter zergehen lassen, Zwiebel, Karotte und Sellerie zufügen und bei schwacher Hitze köcheln, bis die Zwiebel weich ist. Die Linsen hinzufügen und auf kleiner Flamme für eine weitere 10 Minuten köcheln. Jetzt den Weißwein zugeben und für weitere 2 Minuten kochen, dann die Sahne hinzufügen und alles nochmals für 3 Minuten einkochen. Schließlich fügen wir die Kräuter hinzu und schmecken die Linsen ab.
Kabeljau:
Den Kabeljau parieren und auf ein gefettetes Backblech legen. Nun schneiden wir die Butter-Brot-Kräutermischung in die gleiche Größe wie die Kabeljau Filets.
Den Ofen auf 180° C vorheizen und für 10 Minuten auf der oberen Schiene des Backofens garen. Jetzt prüfen wir den Kabeljau ob das Fleisch fest und weiß aussieht.
Ist er ok, wird unter dem vorgeheizten Grill die Kruste gebräunt.
Linsen und Sauce auf Teller geben und den Kabeljau darauf anrichten..
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Bunter Linsensalat mit Portulak, Räucherlachs und Scheibchen von der geräucherten Entenbrust

Brunch – dazu gehören Salate. Heute möchte ich meinen bunten Linsensalat mit Portulak beschreiben.
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Ich verwende immer Linsen aus Le Puy (La Lentille Verte du Puy A.O.C.). Dieser Salat, den ich den unterschiedlichsten Variationen anrichte hatte fruchtige Komponenten und wurde durch Portulak ergänzt. Portulak ist in den letzten Jahren wieder häufiger auf dem Markt aufgetaucht. Bekannt ist er seit mehr als 2000 Jahren und ist nicht nur eine Delikatesse, sondern zugleich ein Heilmittel. In den Niederlanden wird er oft als Gemüse zubereitet, während er in unseren Breiten eher als Salat auf den Tisch kommt, für den sich seinen fleischigen, saftigen grünen Blättern besonders gut eignen. Zum Dressing habe ich einen Essig aus der Essigmanufaktur von Theo F. Behrl aus Eggingen im Schwarzwald verwandt.
Zwei Beilagen gab es zu dem Salat: feine Tranchen von der geräucherten Entenbrust und Räucherlachs.

Zutaten:
100 g grüne Linsen aus Le Puy
1 Tomate (nur das Fruchtfleisch)
1 Stück rote Spitzpaprika
1 Schalotte
Olivenöl
Essig
Senf (Dijon)
Salz und Pfeffer
1 Prise Zucker
Petersilie

feingewürfelte Conference Birne
feingewürfelte Aprikose

Die Linsen ca 18 – 20 Minuten bissfest kochen und abschrecken.
Das Tomatenfleisch und die rote Spitzpaprika feinwürfeln. Ebenso verfahren wir mit der Birne und der Aprikose.
Petersilie fein hacken.
Aus dem Öl, Essig, Senf und Gewürzen bereite ich das Dressing.

Alle Zutaten zum Salat gut mischen und schließlich mit dem Dressing vermengen. Gut 1 Stunde anziehen lassen und mit Beilagen, wie z.B. dem Räucherlachs und der geräucherten Entenbrust servieren. Hier kann man variieren, ebenso beim Dressing.
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Sofrito mit hausgemachten Fenchelbratwürsten und pochiertem Ei

Vor kurzem las ich mit Begeisterung den Artikel „Don’t call ist hummus“ bei den „Anonyme Köche“. Der Satz „Ich liebe es, wenn sich schon Frühmorgens im Haus der Duft eines Soffrittos verbreitet: Knoblauch, Sellerie, Karotte und Lorbeer werden geduldig im Olivenöl weichgeschmort. Dann kommen passierte Tomaten hinzu.“ Das ging mir so richtig nahe.
Nun sollte ich diesen Sonntag ein spätes Frühstück mit pochiertem
sofritto Ei und „was drunter“ bereiten. Ich habe ja schon viele Varianten zubereitet, denn das gehört für mich zum Sonntagmorgen. Warum nicht mal ein Sofrito ausprobieren. Das kannte ich wieder einmal nicht und habe zuerst gegoogelt, obwohl ja eine gute Beschreibung vorliegt. „Sofrito ist eine aromatische Würzsauce, die aus Olivenöl, Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch hergestellt wird.“ Claudio von anonyme Köche beschreibt sein Sofrito mit Knoblauch, Sellerie, Karotte und Lorbeer. Diese werden geduldig im Olivenöl weich geschmort. Dann kommen passierte Tomaten hinzu. Das hatte ich alles auf Vorrat, aber die braunen Berglinsen, die in der Region seiner Eltern, in den Abruzzen angebaut werden, fehlten. Der versierte Koch schaut noch einmal in seine Schränke und findet grüne Linsen aus Le Puy von „La Ferme Pays“ aus Vergezac. Die müssen auch gehen, sagte ich mir und bereitete das Soffritto wie bei den „anonyme Köche“ beschrieben zu. Und bald zog dieser wunderbare Duft durchs Haus.

Nun war das bereits ein sehr spätes Frühstück und am Vortag hatte ich Fenchelbratwürste gemacht.Dazu braucht man vor allem einen Fleischwolf mit Wursttülle, noch besser einen elektrischen Fleischwolf. Für die Würste nehme ich nur Schweinefleisch mit einem Fettanteil von ca. 20 %, sonst werden sie zu trocken. Es ist schwierig, so fettes Fleisch zu bekommen, darum nehme ich einen Teil Schweinebauch dazu, um das Fleisch- / Fettverhältnis zu erhalten. Erst wurden die Zwiebeln in Würfel geschnitten und dann blanchiert. Mit kalten Wasser abspülen und zum Abkühlen zur Seite stellen. Das Fleisch habe ich in Würfel geschnitten und mit Salz, Pfeffer, fein geschnittener Petersilie, Piment d’Espelette und den abgekühlten Zwiebeln vermischt. Alles zusammen kam jetzt durch die grobe Scheibe vom Fleischwolf. Die Hälfte vom Hack habe ich dann noch einmal durch die feine Scheibe vom Wolf gedreht. Beide Brät werden jetzt vermischt und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Die Menge der Gewürze richtet sich nach dem individuellen Geschmack.
Zwischendurch bemerkt: das Wort Bratwurst kommt von der Füllung – Brät – und nicht von Braten. Bevor jetzt die Wurstmasse in die Därme gefüllt wird, röste ich Wildfenchelsamen in einer trockenen Pfanne. Er fängt sofort an zu duften, und wird dann gemörsert und der Wurstmasse zugefügt. Mit Hilfe vom Fleischwolf fülle ich das Brät in Schafdärme Kaliber 24/26. Die Würste dürfen nicht zu prall gefüllt sein, damit sie beim Braten nicht platzen.

Nun war das Sofrito fertig und dazu habe ich die Fenchelbratwürste langsam gebraten. Fehlte noch das pochierte Ei. Das ist keine Kunst. Während dies im siedenden Essigwasser garte, kam eine Kelle Sofrito in einen Suppenteller, daneben ein paar kleine Fenchelbratwürste (ich mach immer kleine Würste, nachnehmen kann man ja immer) und schließlich das pochierte Ei auf das Sofrito.

Das ist ein währschaftes, kräftiges Frühstück an einem späten Sonntag Vormittag.