Geröstete Karotten-Suppe mit Le Puy-Linsen

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Suppen sind meine Leidenschaft. Am liebsten mag ich Gemüsesuppen. Diese hier kommt aus den Niederlanden. Ihre Hauptbestandteile sind Karotten und Linsen. Die Linsen sind aus Le Puy. Im vergangenen Jahr habe ich mit meinem Sohn F. das malerische Städtchen besucht, als er zum Studieren nach Toulouse ging.

La Loire à Brives-Charensac

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Kirche Saint Michel d’Aiguilhe

Kirche Saint Michel d’Aiguilhe


Straßenszene in Le Puy

Straßenszene in Le Puy


Karotten stehen selten im Mittelpunkt eines Gerichts Diskret bleiben sie im Hintergrund und verbessern gemeinsam mit Gemüse wie Zwiebeln und Sellerie den Geschmack . Sie sind oft die Basis für mutigere Aromen, die anderen Zutaten zu stehen.

Nicht so in dieser Suppe. Karotten sind die Hauptdarsteller, mit einem Hauch von Fenchel und etwas Olivenöl entwickeln sie ein ganz eigenes Aroma. Dafür werden sie zunächst im Backofen geröstet. Es ist ein wichtiger Schritt, da sie leicht karamellisieren, und eine köstliche süße Geschmacksbasis für die Suppe hervorbringen.
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Die zweite Hauptzutat sind Linsen aus Le Puy. Puy-Linsen oder Lentilles du Puy, wie sie in Französisch genannt werden, sind Linsen aus der Vulkanregion von Le Puy-en-Velay im südlichen Zentral-Frankreich, und sie sind die einzigen Linsen der Welt die von Anbaugebiet identifiziert. Sie sind klein, grün-schwarze Linsen mit einem blauen Marmorierung, die einen sehr kräftigen Geschmack und eine hohe Qualität haben, und wenn gekocht wird, ihre Festigkeit ihre Form behalten. Mann kann auch Beluga-Linsen statt die aus Le Puy verwenden, oder eventuell auch kleine braune Linsen .
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Zutaten für 6 Portionen
1 ½ kg Karotten, geschält und in2 cm dicke Scheiben geschnitten
1 ½ TL gemahlener Fenchelsamen
6 EL Olivenöl
1 große Zwiebel, fein gehackt
3 Knoblauchzehen, in dünne Scheiben geschnitten
2 Stangen Staudensellerie, gehackt
1 6 cm Stück frischer Ingwer, geschält und gerieben
Blätter aus 4 frische Thymianzweige, plus extra zum Garnieren
1 ½ LiterGemüsebrühe
200 g Puy-Linsen, gut gespült
Salz und schwarzer Pfeffer
Zitrone

Zubereitung
Den Backofen auf 180 ° C vorheizen und ein großes Backblech mit Backpapier auslegen. Hierauf kommen die in Scheiben geschnittenen Karotten. Das Ganze mit dem Fenchelsamen bestreuen und mit 3 EL des Olivenöls beträufeln. Salz und gemahlenen schwarzen Pfeffer darüber geben. Alles gut mit den Händen mischen und dann das Backblech auf der mittleren Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben. Es braucht 30-35 Minuten, bis die Karotten leicht aufgeweicht und karamellisiert sind. Aus dem Ofen nehmen und in die heiße Gemüsebrühe geben.

In der Zwischenzeit erhitzen, in den restlichen 3 EL Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze die Zwiebeln unter häufigem Rühren anbraten. Nach 3 – 5 Minuten den Knoblauch für weitere 1 – 2 Minuten mit anbraten.Jetzt die Sellerie hinzufügen und 3-4 Minuten schmoren, bis sie weich ist. Jetzt kommt noch der geriebenen Ingwer und der Thymian hinzu, mit Gemüsebrühe auffüllen, in die wir gerösteten Karotten (mit den Säften vom Backblech) geben und alles zum Kochen bringen.

Einen Deckel auf den Topf setzen, die Hitze reduzieren und ca. 25-30 Minuten leicht kochen lassen. Dabei muss man gelegentlich umrühren, bis die Flüssigkeit ein wenig reduziert hat und die Karotten weich sind. Während die Suppe köchelt, bereiten wir die Linsen. 1 Liter Wasser und zum Kochen bringen. Die Linsen und ¼ TL Salz hineingeben und bei mittlerer Hitze 15-20 Minuten kochen, dann sollten sie weich und dennoch bissfest sein. In einem Sieb abtropfen lassen.

Wenn die Suppe fertig ist, nehmen wir sie vom Herd und pürieren sie mit einem Stabmixer, bis die Möhren glatt und cremig sind. Jetzt die gekochten Linsen in die Suppe geben und gut umrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einem Schuss Olivenöl und frischem Thymian garniert heiß servieren.
Man kann jetzt noch etwas Zitrone in die Suppe zu quetschen. Das ergibt so einen Unterton von von Säure, um ist ein Gegengewicht zur Süße der Möhren.

Dazu gibt es frisches Bauernbrot.

Das Leibgericht aus dem Ruhrgebiet – kann auch Stemmelkort sein

„Wat isste denn am liebsten?“ – eine schwierige Frage im Ruhrgebiet. Vielleicht ist die Antwort Currywurst mit „Pommes Schranke“ * und vielleicht noch Kohlrouladen oder Kartoffelpuffer – viel mehr fällt den meisten Ruhrpöttlern auf die Frage nach ihrem Leib- und Magengericht nicht ein.

Das ist im Ruhrgebiet auch kniffliger als in süddeutschen Regionen mit jahrhundertelang gewachsener Kochtradition wie Baden oder Bayern – denn an der Ruhr kamen mit jeder neuen Einwanderungswelle von Industriearbeitern auch kulinarisch neue Impulse: Pizza, Pasta und Rucola-Salat von Italienern, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Eisenbahnlinien an der Ruhr bauten, Krautwickel und süß-saure Rote-Beete-Suppen kamen von den polnischen Bergarbeitern und in jüngerer Zeit gibt es Lammgerichte mit Schwarzkümmel und Knoblauch von türkischen Zuwanderern.

* Die Hauptzutat für Pommes Schranke sind die allseits bekannten Pommes Frites. Entgegen der Meinung, dass der Name durch die Beigabe von Ketchup und Mayonnaise entstanden ist, haben Historiker herausgefunden, dass die Herkunft der Bezeichnung bereits Mitte der 50-er Jahre entstanden ist. Zum damaligen Zeitpunkt, es wurden noch Dampflokomotiven bei der Deutschen Bahn eingesetzt, war die Wartezeit vor den geschlossenen Bahnschranken erheblich länger.
Heutzutage kann man schon nach nur 10 bis 15 Minuten mit einem vorbeifahrenden Zug rechnen, damals jedoch dauerte das schon mal an die 30 Minuten. Die Zeit zwischen dem Schließen und Öffnen der Schranken an Bahnübergängen nutzte der Wartende in diesen Zeiten gerne für einen kleinen Snack um seinen Hunger zu stillen – eben mit Pommes an der Schranke.
Imbissstuben an Bahnübergängen schossen in diesen Jahren wie Pilze aus dem Boden, jeder Bahnübergang hatte auf jeder Seite seine 1 bis 4 Imbissbuden mittlerer bis schlechter Qualität. Durch die minderwertigen Kartoffeln, die für die Produktion der Pommes verwendet wurden, musste sowohl Ketchup wie auch Mayonnaise zur Geschmacksverbesserung hinzugefügt werden. An holländischen Bahnübergängen soll es gerüchteweise sogar Geschmacksverstärker in Form von Käsesauce und Zwiebeln gegeben haben.
Quelle: http://www.stupidedia.org/stupi/Pommes_Schranke

All das prägt nicht nur die Imbissstuben in den Innenstädten, sondern hat seit langem Platz in den Rezeptbüchern der traditionellen Ruhrküche – neben selbstgekochten Steckrüben mit Speck, die manche Bergmannsfrau Tag für Tag ans Zechentor brachte, Kohlgerichte aller Art, und als Festessen ab und zu eine gebratene Taube im Speckmantel oder ein Kaninchen aus dem eigenen Stall.
Daneben gab es auch die kleinen Gerichte, die daheim gekocht und gebacken wurden und immer ihre Liebhaber hatten. Dazu gehört Stemmelkort. Stemmelkort war eine Leckerei, die sowohl am Nachmittag zum Kaffee gegessen wurde – aber auch ein Abendessen sein konnte.


Manches Mal war Stemmelkort auch wundervolle Resteverwertung, wenn es am Tag vorher Möhren-Kartoffelpüree gab. Gestreckt mit etwas Mehl und einem Ei, wurden daraus herrlich schmackhafte Küchlein. Besonders lecker waren sie dann, wenn auch noch ein paar Stückchen ausgebratener Speck darin waren.

Zutaten
750 g Karotten
1 mehlig kochende Kartoffel
1 l Gemüsebrühe
1 Lorbeerblatt
2 Nelken
1 Bund Petersilie
1 Zwiebel
Brat- oder Kochspeck (Bacon) in feine Streifen geschnitten
2 Eier
3 EL Mehl
3 EL Hartweizengries
Muskat, Salz und Pfeffer
Butterfett (z.B. Butaris)

Zubereitung:
Karotten und die Kartoffel waschen und schälen.
Petersilie fein wiegen.
Möhren und die Kartoffel in Würfel schneiden und in der Gemüsebrühe mit einem Lorbeerblatt und 2 Nelken ca. 15 Minuten weich garen. Das Lorbeerblatt und die Nelken herausnehmen.
In der Zwischenzeit die feingewiegte Zwiebel in wenig Butaris goldbraun braten.
Die gekochte Karotten-Kartoffelmischung im Topf mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken, feinpürieren ist bei weitem nicht so gut.
Mehl, Gries und Ei hinzufügen, die gebratenen Zwiebeln unterheben, mit Muskat, Salz und Pfeffer würzen und gut durchrühren bis ein Möhrenteig entsteht. Jetzt noch einmal abschmecken, dann die feingewiegte Petersilie zugeben. Danach eine Weile stehen lassen, damit der Gries und das Mehl gut ausquellen.
In einer Bratpfanne das Butterfett heiß werden lassen und die Kochspeckstreifen anbraten. Aus dem Teig 4 – 6 cm große Küchlein formen, von beiden Seiten bei milder Hitze knusprig und goldbraun ausbacken.

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