Süss und klebrig: Ingwer Schweine Koteletts

Flughafen London-Luton. Noch ist genügend Zeit. Immerhin habe ich auf dem Hinweg meine Maschine in Zürich verpasst. So suchte ich noch in der Zeitschriftenhandlung nach irgend etwas Interessantem. Was sucht denn schon ein Foodie? Kochzeitschriften natürlich. Ganz, ganz früher – ja, das war noch eine andre Zeit; las ich immer die Kochrezepte aus „Woman“. Eine Zeitschrift, die meine Mutter abonniert hatte. Später schätze ich die Printausgabe von „Great British Food“, die es leider nur noch online gibt – und bei weitem nicht in der Qualität, die sie einmal hatte. Dann fand ich das Magazin „FOOD to love“. Inspiriert zu diesem Rezept wurde ich durch einen Artikel aus dieser Zeitschrift.

Man nehme:
pro Person ein schönes Schweinskotelett
zum Braten eine Mischung aus Olivenöl und Traubenkernöl (natürlich geht auch ein anderes neutrales Öl)
pro Person einen halben Apfel
frischen Ingwer, gerieben, etwa 2 cm
den Saft und den Abrieb einer Orange
1 TL braunen Zucker
Thymian

Zubereitung:
Die Koteletts werden auf jeder Seite 2 – 3 Minuten im heißen Öl angebraten. Dann nehme ich sie aus der Pfanne.
Den Bratensatz mit dem Orangensaft ablöschen und den Ingwer,Orangenabrieb und Thymianzweig dazugeben.
Nun lege ich die Apfelscheiben in diese Mischung, lass sie bei mittlere Hitze köcheln, während der Saft reduziert.
Die Apfelscheiben ab und zu wenden. Den Thymian entfernen und den Zucker zugeben. Kurz bevor es karamellisiert noch einmal ein wenig Flüssigkeit zugeben und die Koteletts in die klebrige Masse geben. Bei reduzierter Hitze von jeder Seite zwei, drei Minuten nachgaren lassen. Dabei bekommen die Koteletts einen süß-scharfen Überzug.
Mit den Apfelscheiben servieren.

Dazu passt ein Fenchelrisotto. Dafür lasse ich Fenchelsamen mit einer fein gehackten Schalotte in Butter anziehen, bevor ich den Risottoreis zugebe. Mit Wein ablöschen und nach und nach Gemüsebrühe zugeben, bis der Reis gar ist.

Geröstete Karotten-Suppe mit Le Puy-Linsen

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Suppen sind meine Leidenschaft. Am liebsten mag ich Gemüsesuppen. Diese hier kommt aus den Niederlanden. Ihre Hauptbestandteile sind Karotten und Linsen. Die Linsen sind aus Le Puy. Im vergangenen Jahr habe ich mit meinem Sohn F. das malerische Städtchen besucht, als er zum Studieren nach Toulouse ging.

La Loire à Brives-Charensac

La Loire à Brives-Charensac


Kirche Saint Michel d’Aiguilhe

Kirche Saint Michel d’Aiguilhe


Straßenszene in Le Puy

Straßenszene in Le Puy


Karotten stehen selten im Mittelpunkt eines Gerichts Diskret bleiben sie im Hintergrund und verbessern gemeinsam mit Gemüse wie Zwiebeln und Sellerie den Geschmack . Sie sind oft die Basis für mutigere Aromen, die anderen Zutaten zu stehen.

Nicht so in dieser Suppe. Karotten sind die Hauptdarsteller, mit einem Hauch von Fenchel und etwas Olivenöl entwickeln sie ein ganz eigenes Aroma. Dafür werden sie zunächst im Backofen geröstet. Es ist ein wichtiger Schritt, da sie leicht karamellisieren, und eine köstliche süße Geschmacksbasis für die Suppe hervorbringen.
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Die zweite Hauptzutat sind Linsen aus Le Puy. Puy-Linsen oder Lentilles du Puy, wie sie in Französisch genannt werden, sind Linsen aus der Vulkanregion von Le Puy-en-Velay im südlichen Zentral-Frankreich, und sie sind die einzigen Linsen der Welt die von Anbaugebiet identifiziert. Sie sind klein, grün-schwarze Linsen mit einem blauen Marmorierung, die einen sehr kräftigen Geschmack und eine hohe Qualität haben, und wenn gekocht wird, ihre Festigkeit ihre Form behalten. Mann kann auch Beluga-Linsen statt die aus Le Puy verwenden, oder eventuell auch kleine braune Linsen .
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Zutaten für 6 Portionen
1 ½ kg Karotten, geschält und in2 cm dicke Scheiben geschnitten
1 ½ TL gemahlener Fenchelsamen
6 EL Olivenöl
1 große Zwiebel, fein gehackt
3 Knoblauchzehen, in dünne Scheiben geschnitten
2 Stangen Staudensellerie, gehackt
1 6 cm Stück frischer Ingwer, geschält und gerieben
Blätter aus 4 frische Thymianzweige, plus extra zum Garnieren
1 ½ LiterGemüsebrühe
200 g Puy-Linsen, gut gespült
Salz und schwarzer Pfeffer
Zitrone

Zubereitung
Den Backofen auf 180 ° C vorheizen und ein großes Backblech mit Backpapier auslegen. Hierauf kommen die in Scheiben geschnittenen Karotten. Das Ganze mit dem Fenchelsamen bestreuen und mit 3 EL des Olivenöls beträufeln. Salz und gemahlenen schwarzen Pfeffer darüber geben. Alles gut mit den Händen mischen und dann das Backblech auf der mittleren Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben. Es braucht 30-35 Minuten, bis die Karotten leicht aufgeweicht und karamellisiert sind. Aus dem Ofen nehmen und in die heiße Gemüsebrühe geben.

In der Zwischenzeit erhitzen, in den restlichen 3 EL Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze die Zwiebeln unter häufigem Rühren anbraten. Nach 3 – 5 Minuten den Knoblauch für weitere 1 – 2 Minuten mit anbraten.Jetzt die Sellerie hinzufügen und 3-4 Minuten schmoren, bis sie weich ist. Jetzt kommt noch der geriebenen Ingwer und der Thymian hinzu, mit Gemüsebrühe auffüllen, in die wir gerösteten Karotten (mit den Säften vom Backblech) geben und alles zum Kochen bringen.

Einen Deckel auf den Topf setzen, die Hitze reduzieren und ca. 25-30 Minuten leicht kochen lassen. Dabei muss man gelegentlich umrühren, bis die Flüssigkeit ein wenig reduziert hat und die Karotten weich sind. Während die Suppe köchelt, bereiten wir die Linsen. 1 Liter Wasser und zum Kochen bringen. Die Linsen und ¼ TL Salz hineingeben und bei mittlerer Hitze 15-20 Minuten kochen, dann sollten sie weich und dennoch bissfest sein. In einem Sieb abtropfen lassen.

Wenn die Suppe fertig ist, nehmen wir sie vom Herd und pürieren sie mit einem Stabmixer, bis die Möhren glatt und cremig sind. Jetzt die gekochten Linsen in die Suppe geben und gut umrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einem Schuss Olivenöl und frischem Thymian garniert heiß servieren.
Man kann jetzt noch etwas Zitrone in die Suppe zu quetschen. Das ergibt so einen Unterton von von Säure, um ist ein Gegengewicht zur Süße der Möhren.

Dazu gibt es frisches Bauernbrot.

Ingwer-Joghurt-Scones mit Schwarzkirschenmarmelade

So eigenartig es für viele klingen mag: Ich bin ein Fan der englischen Küche. Sie wird in aller Regel falsch eingeschätzt und hat Ihren schlechten Ruf von wenigen ausgefallenen Gerichten. Ok, Fish und Chips sind in England nicht ausgefallen, aber auch dies Gericht wurde mir schon in ausgezeichneter Qualität serviert.

Heute gibt es Scones. Das Rezept mit Ingwer und Joghurt habe ich in der Zeitschrift Sussex Life gesehen und ich kann es nur empfehlen:

Zutaten:
180 g Joghurt (griechischer Joghurt eignet sich hier am besten)
65 g Puderzucker
2 EL Milch, etwas wenig Milch extra zum Bestreichen
350 g Mehl, etwas Mehl extra für das Ausrollen
1 ½ TL Backpulver
80 g ungesalzene Butter
1 TL Ingwerpulver

Zum Servieren:
Kirschkonfitüre
Schlagsahne
Griechischer Magermilchjoghurt (eventuell aromatisierten Kirschjoghurt)

Das ergibt 8 – 12 Scones.

Zubereitung:
Ofen auf 200 ° C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier oder Pergamentpapier auslegen.
Den Joghurt, Milch und Zucker in einer Pfanne erhitzen bis er handwarm ist. Der Zucker sollte im Joghurt und der Milch schmelzen.
Mehl, Backpulver und Ingwer in eine Schüssel geben und die Butter in das Mehl reiben (so ähnlich wie Streuselkuchenbelag).
Mit einem Holzlöffel den erwärmten Joghurt beimischen und gut verrühren, um den Teig zu bilden.
Die Arbeitsfläche mit etwas Mehl bestäuben und darauf den Teig ca. 3cm dick ausrollen. Mit einer Tasse oder einem Ausstecher (ca. 7cm Durchmesser) die Scones herausdrücken.
Die Scones mit ein wenig Milch einpinseln und in 10-15 Minuten goldbraun backen.
Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Die Schlagsahne halbfest schlagen und mit dem Joghurt vermischen. Mit dieser Creme und die Marmelade die aufgeschnittenen Scones füllen.

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