Walisische Kuchen

Eine Spezialität aus Wales, die nicht nur zur Weihnachtszeit serviert wird, aber gut passt und eventuell passend gemacht wird. Diese Küchlein werden nicht im Ofen, sondern in der Pfanne gebacken und sind ein schnelles, einfaches, aber sehr leckeres Gebäck.

Zutaten

225 g Mehl und 1 TL Backpulver
1 Prise Salz
100 g Butter oder Margarine, plus extra zum Kochen
50 g Puderzucker, zusätzlich zum Bestreuen
50 g Korinthen
1 Ei, geschlagen mit 3 EL Milch

Jetzt zur Weihnachtszeit kann man ein viertel TL Lebkuchengewürz dazugeben.

Alternative kann man auch es mit fein gehacktem Dörrobst oder tropischen Früchten probieren. Etwas geriebene Zitrone oder Orangenschale eignen sich ebenfalls. Die Welsh Cakes werden mit wenig Orangensaft mit Schalenabrieb und Streuzucker, sowie mit etwas weicher Butter serviert.

Ich habe etwas Orangenmarmelade vermischt Cointreau verwendet.

Zubereitung

In einer großen Schüssel Mehl und Salz vermischen und die Butter einreiben. Den Zucker und die Johannisbeeren hinzufügen und gut umrühren.

Das Eier-Milch-Mischung hineingeben und vermengen, bis ein fester Teig entsteht

Den Teig auf einem leicht bemehlten Brett bis zu einer Dicke von 5 mm ausrollen und mit einem Gebäck- / Keksschneider ausstechen

Die Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen,  bis sie heiß ist. Mit wenig Butter einfetten. Die Pfanne sollte so heiß sein, das einige Spritzer Wasser, die man auf die Backfläche spritzt, in in kleinen Kugeln springen und verdunsten. Eine schwere Gusseisenpfanne ist dafür ideal. Die Kuchen für ca. 3 bis 4 Minuten auf jeder Seite backen, bis sie goldbraun sind und leicht gestiegen sind.

Noch warm mit mehr Zucker bestreuen und sofort servieren.

Karnevalistische Elementarteilchen aus dem Rheinland – Mutzen und Mutzenmandeln

In den Städten im Rheinland beginnt am Martinstag, dem 11.11. um 11.11 Uhr, die 5. Jahreszeit – die Karnevalssession oder auch Närrische Zeit. In einigen Städten wird an diesem Tag der „Hoppeditz“, ein Düsseldorfer Erzschelm, „aus seinem Sarg geholt“ – natürlich wird er vertreten von einem Karnevalisten, welcher dem Stadtoberhaupt die Leviten lesen darf. Andernorts ist es der „Nubbel“, eine Strohpuppe, welche an Kneipentüren oder Häuser gehängt wird. Am Aschermittwoch wird er wieder beerdigt.
hoppeditzDie Zahl Elf ist seit Jahrhunderten die Zahl der Narren. Es ist die Zahl nach 10, womit hier die zehn Gebote gemeint sind, welche für die damaligen Christen die Zeit der Überschreitung der Grenzen bedeutete. Elf Personen inklusive des Präsidenten bilden den „Elferrat“, welcher Narrenkappen mit Straußenfedern trägt.1827 befahl ein preußischer General den Kölner Jecken, diese Kappen, welche der Mütze des Jokers im Kartenspiel ähneln, zu tragen, um sich vom normalen Volk zu unterscheiden. So symbolisiert sie auch die Gleichheit, da sich die Zahl 11 aus zwei selben Zahlen zusammensetzt.
„Narren“ oder im Rheinland auch „Jecken“ genannt halten humorvollen Reden, die Büttenreden – deshalb so genannt, weil ein Waschzuber, die Bütt, als Rednerpult dient. Wie früher wird hier „schmutzige Wäsche gewaschen“, werden Missstände aus allen Bereichen aufs Korn genommen. „Alaaf“ und „Helau“ sind die bekanntesten Narrenrufe. Natürlich dürfen auch fröhliche Lieder nicht fehlen. Und es werden fröhliche Lieder gesungen, von denen manche die Jahrzehnte überdauert haben. Denn jedes Jahr gibt einen neuen Karnevalsschlager der Saison.
Der Rheinische Karneval blickt auf eine lange Tradition zurück. Geschichtlich erwähnt wurde er erstmalig im Mittelalter. Schon damals gab es Straßenumzüge, und es wurde ausgiebig gefeiert – natürlich verkleidete und maskierte man sich auch. Es war ein Fest des einfachen Volkes, und geistige und weltliche Obrigkeiten, welche den Karneval auf ihre Art feierten, sahen all dem Treiben, welches mit der Fastenzeit endete, mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu – sie wurden von der feiernden Bevölkerung gehörig verspottet.
Ein besonderer Tag ist die Weiberfastnacht, Wieverfastelovend heißt sie in Köln, die in den rheinischen Städten ausgelassen gefeiert wird. Verheiratete Frauen nannte man in alter Zeit Möhnen. Die maskierten und verkleideten Möhnen stürmen am Donnerstag vor Rosenmontag das Rathaus und schneiden den Männern die Krawatten als Ausdruck der Missachtung männlicher Dominanz ab. Natürlich bekommen die Geschädigten anschließend ein „Bützje“ (Kuß).

Bützen gehört auch allgemein zur Karnevals-Tradition. Vorrangig in Köln verteilen die „Lecker Määdsche“ ihre Bützche gern und überall. Es ist Ausdruck purer Lebensfreude. Während dieser Zeit ist man eben „jeck“, was so viel wie närrisch oder verrückt bedeutet.
Vor dem Fasten muss man natürlich noch einmal gut essen und darum gibt es in dieser Zeit die traditionellen Rheinische Mutzen oder auch Muuze. Es ist ein rautenförmiges in Schmalz frittiertes Gebäck aus dünn ausgerolltem Backpulver- oder Hefeteig. Man darf sie aber nicht mit den Muzenmandeln verwechseln. Die sind aus Mürbeteig in Mandel- oder Tropfenform. Beide werden traditionell in der Karnevalszeit gegessen und frisch schmecken sie am besten.
muuzen
Mutzen oder Muuzen
Zutaten
350 g Mehl
1 TL Backpulver
100 g Zucker
60 g Butter
2 Eier
1 EL rum
1 Prise Salz
30 g Butter
Butterschmalz zum Frittieren
Puderzucker zum Bestreuen

Zubereitung
Mehl und Backpulver gut vermengen.
Die Butter, Salz, Zucker und die Eier schaumig rühren.
Den Rum und das Mehlgemisch unterrühren, anschließend die Masse eine halbe Stunde ruhen lassen.
Teig auf Mehl etwa 3 mm dick ausrollen ca. 7 cm lange Rauten ausschneiden.
Das Butterschmalz in einem Topf erhitzen und das Gebäck im 180 °C heißen Fett goldbraun ausbacken.
Die Muuzen auf Küchenpapier zum Abtropfen geben und zum Schluss mit Puderzucker überstäuben.
mutzenmandel
Mutzenmandeln
Zutaten
3 Eier
175 g Puderzucker
2 TL Rum
1 Prise Salz
300 g Mehl
50 g Mandeln gemahlen
1 TL Backpulver
60 g Butter
Zucker zum Bestreuen.

Zubereitung
Eier, Puderzucker, Salz und Rum schaumig schlagen. Die Mandeln und Butter (welche natürlich weich sein sollte) unter die Schaummasse rühren. Das Mehl und Backpulver mischen und in die Schaummasse hineinarbeiten.
Mandelförmige Nocken ausstechen und bei 180° C goldbraun ausbacken und dann mit Zucker bestreuen.
Und wer ganz viele macht: Für Mutzenmandeln gibt es besondere Ausstechformen.

Fluden – Dessert zu Chanukka

„Das Wunderbarste an den Wundern ist,
dass sie manchmal wirklich geschehen.“
(Gilbert Keith Chesterton)


Am 25. Tag des jüdischen Monats Kislev feiern die Juden weltweit Chanukka. Es wird auch als Lichterfest bezeichnet, denn in der dunkelsten und kältesten Zeit des Jahres wird plötzlich ein Licht angezündet, das 8 Tage lang Helligkeit und Wärme ausstrahlt und neue Kraft und Freude in die Häuser und Familien bringt. Chanukka gehört nicht zu den sogenannten Vollfesten. Aber am Abend versammelt sich die ganze Familie mit Freunden und feiert ausgelassen und fröhlich. Es wird der Vergangenheit gedacht und auf die Zukunft gehofft.
Jedes Jahr erinnern sich die Juden in diesen Tagen an die wunderbare Errettung Israels. Unter der Führung von Judas Makkabäus und seiner vier Brüder besiegten sie die griechische Syrer Dynastie der Seleukiden 165 v. Chr. im sogenannten Makkabäer Aufstand. Ein Jahr später wurde auch der Tempel gesäubert, gereinigt, von den griechischen Götzen befreit und schließlich neu geweiht. Das Wort Chanukka heißt deshalb auch so viel wie „Neueinweihung“. Damals war jedoch nur noch eine winzige Menge geweihtes Öl übrig, dass gerade gereicht hätte, den Tempel einen Tag lang zu erleuchten. Aber zur großen Verwunderung brannte das Licht 8 Tage lang.
Der Chanukka- Leuchter, ein Kerzenleuchter mit 8 Kerzenhalter steht symbolisch für die 8 Tage, in denen das Licht im Tempel brannte. Jede jüdische Familie besitzt einen solchen Leuchter, dessen Kerzen nur zu Chanukka entzündet werden dürfen. Kurz nach Sonnenuntergang werden die Kerzen unter Segenssprüchen entzündet und jeden Abend leuchtet ein Licht mehr an dem Chanukka- Leuchter, bis schließlich alle 8 Kerzen brennen.

Fluden
Natürlich gibt es an diesem Abend auch besondere Speisen und dazu gehört „Fluden“. Fluden ist ein geschichtetes Gebäck mit unterschiedlich gefüllten Lagen, das man am besten in einer Springform backt.

Hefe in der lauwarmen, etwas gesüßten Milch zerkrümeln und an einer warmen Stelle gehen lassen. Dann Mehl, Fett, Zucker, Salz, Ei und Wein zugeben und zu einem glatten Teig verarbeiten. 1 Stunde ruhen lassen. Inzwischen die Fülle vorbereiten.

Apfelfülle:
Äpfel mit Zimt, Zucker oder Honig vermengen.
Mohnfülle:
Wasser mit Zucker im Wasserbad zum Sieden bringen, Mohn, Eiweiss, Zitronen- und Orangensaft, Zimt, Rosinen und Rum zugeben und unter ständigem Rühren 5 Minuten kochen. Margarine zufügen und kochen, bis sie sich aufgelöst hat. Fülle auskühlen lassen.
Nussfülle:
Geriebene Nüsse mit den anderen Zutaten gut vermischen. Den Teig in 5 gleich grosse Stücke teilen, in eine gefettete Form legen und mit einer dicken Schicht Pflaumenmus bestreichen. Eine Platte aus dem zweiten Teigstück darauflegen und mit Nussfülle bestreichen. Auf die dritte Teigplatte Mohnfülle geben, auf die vierte die geriebenen Äpfel. Die fünfte Teigplatte darüberlegen. Ei mit einem Teelöffel Wasser und etwas Zucker verquirlen, damit die Oberfläche bestreichen, bis sie glänzt. 40 Minuten bei 180°C goldgelb backen.

Fröhliches Chanukka

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