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Scones – das wohl englischste Gebäck das es gibt

So richtig bewusst wurde mir das, als ich das erste mal den Film Toast sah. Toast ist die Verfilmung des autobiographischen Romans des bekannten englischen Koch und Buchautors Nigel Slater. Seine Mutter, die Essen nur aus Dosen aufwärmen konnte, stirbt, und der Junge Nigel beginnt zu kochen und zu backen. Mit der neuen Frau seines Vaters tritt er in einen Wettstreit, wer von beiden besser kocht. Sie ist eine großartige Köchin und Nigel verliert diesen Wettkampf. In diesem Wettstreit backt er „Scones“.

Ursprünglich kamen die Grundversion der Scones wohl aus den Niederlanden, wo sie schoonbrood hießen und über Schottland erreichten sie England. Dort wurden sie auch entsprechend scots genannt. Erst spät im 19. Jahrhundert erhielten sie ihren jetzigen Namen.
Scones haben eine besondere Konsistenz, die entsteht indem man kalte Butter in den Teig einarbeitet, der nach Zugabe von Milch nur wenig gemischt oder geknetet werden darf.
Im Kochteil der Tageszeitung „Guardian“ fand ich noch so einige Hinweise. Der wertvollste für mich war der, dass man den Teig vor dem Backen tourieren soll. Und siehe da, meine Scones wurden viel lockerer, als bisher.
Cream Tea ohne Scones ist für mache Menschen in England unvorstellbar. Dazu gehört natürlich clotted Cream und möglichst sehr frische Erdbeermarmelade. Die clotted Cream wird wie Butter benutzt. Inzwischen kann man clotted Cream auch in Deutschland kaufen.

Natürlich gibt es eine Vielzahl an Rezepten, und ich war zuerst in Versuchung, die „Blackberry, saffron & honey drop scones“ von Gill Meller (Kochbuch: gather) nachzubacken. Habe mich dann aber doch entschlossen, die klassische Variante vorzustellen. Wer sich aber für das äußerst lecker zu lesende Rezept von Gill Meller interessiert, für den habe ich den Link zum Rezept und Foto eingefügt. Seine weiteren Rezepte sind ebenfalls eine Inspiration in innovativer englischer Küche.

Zuerst einmal koche ich eine frische Erdbeermarmelade, was ja auch gerade in dieser Jahreszeit sehr einfach ist. Für den Rest des Jahres kann man Erdbeeren einfrieren und aufgetaut zu Marmelade verarbeiten. Ich bin bei Erdbeermarmelade Purist: außer Erdbeeren und Zucker kommt nichts weiter hinein.

Für die Scones brauche ich:
250 g Mehl
1/2 Päckchen Backpulver
55 g Butter
25 g Rohrzucker
1 Prise Salz
150 ml Milch

was nicht sein muss, aber ich nehme das ganz gerne mit hinein: wenig Zitronenzesten und wenig Vanille.

Zubereitung:
Ich mische das Mehl mit dem Backpulver, dem Zucker, der Prise Salz, Zitronenzesten und Vanille.
Die Butter schneide ich in kleine Würfel und arbeite sie mit den Händen flott vom Rand her in die Mehlmischung, die nachher flockig aussehen sollte.
In die Mitte dieser Butter-Mehlmischung forme ich eine Vertiefung, in die ich die Milch hineingebe. Alles zügig mit einem Rührlöffel von ihnen nach außen zu einem homogenen Teig verarbeiten.
Diesen rolle ich aus, schneide ihn in drei gleich große Teile, die ich übereinander lege und wieder ausrolle. (tourieren)
Aus dem Teig steche ich 1 bis 2 cm hohe Kreise aus, die bei 175° C 10 bis 14 Minuten auf Backpapier gebacken werden.
Und schon sind die Scones fertig. Am besten schmecken sie lauwarm mit clotted cream und der zuvor gekochten Erdbeermarmelade.

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Scones – traditionell englisch oder „im Café bei Schwarzenbach” (Zürich)

Direkt neben Zürichs altehrwürdigem „Colonialwaren“-Laden, mit seinen in tausend Schublädchen gestopften Schätzen wie exotischen Gewürzmischungen und getrockneten Früchten, liegt das Café-Lokal „Schwarzenbach“. Hier kann man Kaffeespezialitäten und Dutzende von Teesorten degustieren. Für den kleinen Hunger gibt es neben etlichen Gebäckvariationen Scones, die man leider auf dem Kontinent zu selten findet. Empfehlenswert ist dazu ein Kaffee aus Jamaica Blue Mountain 1st Grade Bohnen.

Hier das Rezept zum Nachbacken:
Zutaten:
225 g Mehl
55 g kalte Butter
2 Pck. Backpulver
1/2 Teelöffel Salz
150 ml Milch
1 Ei verquirlt mit etwas Milch

Mehl und Backpulver vermischen und zusammen mit Butter, Salz und Milch verkneten, bis der Teig geschmeidig ist.
Nun den Teig auf ca. 2 cm Dicke ausrollen.
Mit einer runden Form oder einem Glas die Scones ausstechen.
Die Scones auf ein eingefettetes Backblech legen und mit der Ei/Milchmischung bestreichen.
Das Blech auf die mittlere Stufe schieben und für ca. 15 min bei 180° backen. Jedenfalls so lange, bis die Scones gut aufgegangen und goldbraun sind.
Die fertigen Scones sollten gut auskühlen, bevor sie mit Erdbeermarmelade und Clotted Cream serviert werden.

Da es schwierig ist „Clotted Cream“ zu bekommen, stelle ich diese ersatzweise aus zwei Teilen Vollmilch mit 1 Teil Crème double vermischt her. Diese Mischung sanft erhitzen und über Nacht kühl stehen lassen. Den geklumpten Rahm schöpft man von der Oberfläche ab.

Am Nachmittag am Ufer der Limmat:

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