Toettchen

Soester Käsesuppe mit Hackfleisch und Lauch

| 22 Kommentare

Im Herzen von Westfalen liegt Soest am Rande des Lippetals. Die Lippe durchschlängelt Westfalen von Osten nach Westen und mündet bei Wesel im Rhein. Diese Landschaft bietet üppige Natur und Gegensätze. Während nördlich der Lippe die Münsterländer Parklandschaft liegt kommen wir südlich in die Soester Börde. Die Börde war schon immer ein fruchtbares Land. Im Herzen der Börde liegt Soest, manchmal auch als die heimliche Hauptstadt Westfalens genannt.

Wasserschloß Hovestadt  im Lippetal

Wasserschloß Hovestadt im Lippetal


Im Lippetal

Im Lippetal


Soest war seit 1130 die erste Stadt mit Stadtrechten in Deutschland. Ihre Lage am Hellweg von Aachen nach Berlin, die fruchtbare Umgebung und die dortige Salzgewinnung ließ sie im frühen Mittelalter zu einer der bedeutendsten Städte heranwachsen. Bis weit in den Norden und Osten Europas trieb man Handel – lange vor der Hanse und später als deren Mitbegründer. Soest war eine regional und international bedeutende Handelsmetropole und Mitglied in den großen Städtebündnissen. Nach und nach wurde ein eigenes Herrschaftsgebiet erworben – die fruchtbare Börde. So wurde auch Soest auch bald kirchliches Zentrum und zahlreiche Kirchen zeugen heute noch davon.
soest-10 soest-17
In jeder dieser Kirchen stehen mehr als ein Altar, ausgeschmückt mit Tafelgemälden, die so schön sind, dass sie noch heute das Herz der Menschen anrühren. Es braucht viel Zeit, um alle zu sehen. Wer das möchte, muss pilgern: von Pauli zu Petri, von Mariae zur Wiese zu Mariae zur Höhe. Vor einem halben Jahrtausenden halfen diese Bilder den Menschen, sich den Vorstellungen von den Erzählungen in der Heiligen Schrift zu machen. Vor diesen gemahlten und geschnitzten Bildern haben sie gebetet und gehofft, weil ihnen die Darstellung der Szenen nahe war.
Schnitzaltar in der Kirche Mariae zur Wiese - Soest

Schnitzaltar in der Kirche Mariae zur Wiese – Soest


Maria im Ährenkleid - Maria zur Wiese in Soest

Maria im Ährenkleid – Maria zur Wiese in Soest

Die reichen Soester Kaufleute hatten es nicht nötig, einfache Grützsuppe zu essen, die damals bei den Bauern weit verbreitet war. So kaum auch manches mal eine Suppe auf den Tisch, die Käse und Fleisch enthielt. Der Käse wurde aus Gouda in Holland importiert. Das folgende Rezept für eine Käsesuppe mit Hackfleisch und Lauch ist modifiziert und unserer Zeit angepasst.
kaesesuppe
Zutaten:
500 g Hackfleisch vom Rind
20 g Butterfett
1 Zwiebel
1 Stange Porree
1 Spitzpaprika
1 Liter Gemüse- oder Fleischbrühe
250 g Sahne-Schmelzkäse
250 g Frischkäse
Muskatnuss
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Das Hackfleisch im Butterfett anbraten.
Zwiebeln zu feinen Würfeln, Porree und Spitzpaprika in feine Streifen schneiden und zum Hackfleisch geben.
Den Schmelzkäse und Frischkäse hinzufügen, mit Brühe auffüllen und 1/2 Stunde köcheln lassen, ab und zu umrühren.
Die Sahne dazugeben, mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Suppe darf man nicht mehr aufkochen, nur noch aufwärmen, sonst gerinnt die Käsemasse!

Print Friendly, PDF & Email
Share on Facebook

22 Kommentare

  1. Bei uns kam diese Suppe unter dem Namen Käse-Lauch-Suppe auch schon einige Male auf den Tisch, allerdings ohne Paprika. Danke für den Bummel durch diese schöne Stadt.

    • Regional: Das ist so ein Thema, dass mich schon länger beschäftigt. Wie oft habe ich gelesen, dass ein Gericht eine Spezialität einer Region sei und dann finde ich es im Prinzip in zwei drei anderen Regionen wieder. Minimale Veränderungen und der Name hat sich geändert. Aber das ist ja kein Wunder. Hatten manche Regionen die gleichen oder ähnlichen Zutaten. Ursprünglich sind ja Rezepte daraus entstanden, dass man versuchte, aus dem was da war, ein schmackhaftes Mahl herzustellen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass vor 500 Jahren Paprika als frisches Gemüse in Westfalen verwendet wurde.
      Ich war mal ein Purist in solchen Dingen, sehe das aber inzwischen etwas lockerer. Nur all zu krass dürfen die Abwandlungen nicht sein

  2. Sie werden ’s verzeihen, bei diesen Bildern gerät die Suppe fast ins Hintertreffen.
    In Bilder wie das der Madonna könnte ich versinken,
    Aber, die Suppe wird kalt und das hat sie nicht verdient.
    Schön und köstlich.
    Ich grüße herzlich, Ute

  3. Schöner Bericht über die Stadt und deren Geschichte, als Einleitung zur Suppe, die ich proportional der Zutaten eher als Hackfleischsuppe mit Käse bezeichnen würde :-)
    Ich kann mir diese Suppe sehr lecker vorstellen.

    • Die ist lecker und man kann sie ohne weiteres als Hackfleischsuppe bezeichnen. Ich hatte kein Rezept und keine Mengenangaben und habe sie aus der Erinnerung nachgekocht. So dass sie als Hauptgang durchging, darum das viele Hackfleisch.

  4. Ein schöne Stadtrundgang und zum Abschluss eine leckere Suppe! Ich kannte sie bisher nur in der Tütenvariante – allerdings nur aus dem Supermarktregal, habe sie noch nie probiert. Kommt gleich mal auf meine Liste, gerade zur jetztigen Jahreszeit mag ich Suppen sehr gerne :)

  5. Diese Suppe stand in meiner Kindheit oft auf dem Tisch; sie war richtig modern. Und nun weiß ich auch, woher sie kommt. Danke :-)

  6. Nach so einem Rundgang hat man sich die Suppe wirklich verdient. Danke für die schönen Bilder, die Geschichte und natürlich das Rezept – das ist eines, das perfekt für die Zeit des Jahres passt, die jetzt vor der Türe steht.

  7. Eine Reise in das wirklich wunderschöne Westfalen wird immer dringlicher. :-)
    Und die Suppe setzte ich mal ganz nach oben auf die Merkliste für das nächste Mal, wenn ich mich wieder einmal nicht entschieden kann, was ich kochen will/soll/kann!
    Liebe Grüße,
    Eva

  8. Die Einleitung inkl. der passenden Bilder dazu liest sich sehr interessant.
    Und – die Suppe ist „gekauft“, der nächste Winter steht vor der Türe.
    P.S. Dies obwohl ich soeben den Maeng-lak-Samen im luftigen Sommerdress aufgestöbert habe … ;-)

  9. Hätte die Soester Maria im Aehrenkleid mehr von deiner Suppe gegessen, wäre sie wohl nicht ganz so schlank geblieben, wie auf dem Bild dargestellt.

    • Wäre die Maria eine katholische Westfälin gewesen, hätte sie sicher mehr Suppe gegessen. Käse und Rind, dass war ihr dann doch nicht koscher.

  10. Eine schöne Geschichte, bei der sowohl die Suppe als auch Soest sehr gut aussehen.

  11. Die Suppe kenne ich (ohne Paprika) als Partysuppe zu Studentenzeiten. Aus Soest kommend hätte ich sie nicht eingeschätzt.

  12. Sehr schöne Bilder aus Soest! Wir waren jetzt gerade zur Allerheiligen Kirmes wieder dort. Man gibt sich dort mit unserem SimJü ja fast die Klinke in die Hand. Die Schausteller reisen meist von hier direkt weiter nach Soest. Nur wir hier hatten dieses Jahr mehr Glück mit dem Wetter.

    Ich finde derartige Suppen in ihren vielerlei Varianten zu dieser Jahreszeit immer sehr lecker! :-)

    Liebe Grüße, Monika

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


*