Toettchen

Schweinefilet im Speckmantel mit Bohnengemüse und Potthucke

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Die westfälische Küche ist ohne Kartoffeln undenkbar. Seien es nun Bratkartoffel, Pellkartoffel, Kartoffelbrei, Reibekuchen, Salzkartoffeln oder die Kartoffel als wichtigste Zutat in der Potthucke.
Die Potthucke ist ein traditionelles Kartoffelgericht aus dem Sauerland, zubereitet wird es aus rohen und gekochten Kartoffeln, Eiern, süßer Sahne, Muskatnuss und Salz. Früher galt Potthucke als Arme-Leute-Essen. Der Name lässt sich frei mit „das, was im Topf hockt“ übersetzen und spielt auf eine charakteristische Eigenschaft der Potthucke an: Im Ofen backt der üppige Kartoffelauflauf leicht am Boden der Backform fest. Ich habe schon einmal ein Rezept mit Potthucke hier beschrieben.
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Inzwischen hat dies Gericht den Weg in einige Feinschmeckerrestaurants gefunden. Das folgende Rezept stammt aus der Küche von Hans-Jörg Dunker, der im Restaurant „Am Osterfeuer“ in Herford kocht.

Zutaten für die Potthucke
500 g rohe Kartoffeln
125 g gekochte Kartoffeln
50 g Speckwürfel
1 Zwiebel
40 ml Schmand
125 ml Sahne
2 Eier
Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung
Den Backofen auf 220 Grad vorheizen.
Die rohen Kartoffeln schälen und fein reiben. Gut ausdrücken. Den Kartoffelsaft beiseite stellen. Die gekochten Kartoffeln durchpressen und mit den Kartoffeln vermischen. Zwiebel und Speck fein würfeln. Beides ausbraten, bis die Zwiebel glasig ist. Zwiebeln und Speck in den Kartoffelteig mischen. Etwas Stärke vom Kartoffelwasser beigeben. Süße Sahne und Schmand sowie Eier mit der Masse verkneten. Kräftig würzen.
Den Teig in eine gefettete Kastenform füllen und im Ofen 50 Minuten goldgelb backen. Auskühlen lassen und auf ein Brett stürzen.
In 1,5 cm dicke Scheiben schneiden. Vor dem Servieren leicht in Butterschmalz anbraten.

Zutaten für das Bohnengemüse
2 kleine Zwiebeln, fein gewürfelt
400 g Bohnenkerne (Fave)
etwas Brühe
400 g junge Brechböhnchen
Bohnenkraut
Butter

Zubereitung
Die Zwiebelwürfel glasig dünsten und die Bohnenkerne zufügen. Mit Brühe angießen und bissfest garen. Abgekochte Brechbohnen zufügen, mit Salz und Pfeffer würzen. Mit Bohnenkraut und Butter abschmecken.

Zutaten für das Schweinefilet
800 g Schweinefilet
8 Scheiben Räucherspeck
Rosmarin
Thymian
Thymianreduktion

Zubereitung
Die Filets in 8 gleich große Medaillons schneiden, leicht klopfen, salzen und pfeffern. Mit Speckscheiben umwickeln und in der Pfanne anbraten. In eine Stahlpfanne auf Rosmarin und Thymian setzen und im Ofen bei 195 Grad 8 – 10 Minuten garen.

Alles anrichten und mit einer Thymianreduktion angießen.
Quelle: Westfalium extra 14 – Küchentour

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9 Kommentare

  1. Mmmm… Und, bringst Du Reste mit? Die besuchenden Damen waren sicher entzückt. :-)

  2. Ich komme aus der früher sehr armen Oberpfalz; da waren und sind Kartoffeln auch sehr wichtig. ALso muss ich die Potthucke ausprobieren :-)

    • So war es auch in manchen Gegenden Westfalens. Gerade im Sauerland und im Bergischen Land war die Not oft groß. Da hatte die Potthucke noch den Vorteil, dass man sie für mehrere Tage zubereiten konnte und Schnitte für Schnitte aufbrauchte, so dass auch Energie gespart wurde. Sie wurde dann kalt gegessen.

  3. Potthucke klingt vom Teig her ähnlich wie deine „echten“ Kartoffelklöße, damit kann ich Herrn H. sicher beglücken und danke für die Anregung, was ich mit dem von meiner Mutter geschenkten Schweinefilet machen kann. :-)

  4. Das Rezept der Potthucke gefällt mir sehr gut als mögliche Kartoffel-Beilage. Einfache und wenige Zutaten – das Ganze ohne „Firlefanz“. Es ist bereits auf meiner Nachkochliste. Besten Dank für die Inspiration !
    P.S. Der Rest ist nicht weniger lecker, aber von mir sehr ähnlich zubereitet, schon bekannt.

    • Ja die Menschen kamen schon auf interessante Rezepte, um das alltägliche Einerlei zu verfeinern. Wenn Du es ausprobierst, wünsche ich guten Appetit.

  5. Mit dieser/diesem? Potthucke hast du mich neugierig gemacht, vielleicht gibt es das sogar schon am Wochenende, mal schauen.

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