Liebe sich wer kann – so hörte ich von Knish

American Night – eigentlich wollte ich es mir antun und die Nacht wachen, um das Spiel um den „Super Bowl“ zu sehen, obwohl ich fast nichts von American Football verstehe. Doch dann kam es ganz anders. Wie immer nickte ich schon sehr frühzeitig vor dem Fernseher ein und als ich wieder aufwachte, noch vor dem Spiel, begann auf einem anderen Programm (Sie wissen schon, rumzappen und so!) ein Film der mich faszinierte: „Liebe sich wer kann“ von Woody Allen.
whatever_works
Boris Yellnikoff, ehemals theoretischer Physiker, der ein Vertreter der Stringtheorie war, hat sich nach vielen Rückschlägen in seinem Leben zu einem zynischen Menschenfeind verwandelt. Bei jeder Gelegenheit macht er seinem Zorn auf die ganze Welt Luft. Dann aber lernt der zufällig die blutjunge Melody kennen. Sie kommt aus Mississippi und will in Manhattan ein neues Leben beginnen. Boris gewährt ihr Unterkunft – und ganz allmählich entwickelt sich zwischen dem lebenslustigen Mädchen aus der Provinz und dem alternden Stadtneurotiker eine innige Beziehung. In einer Szene verlassen sie die Yonah Schimmel Knish Bakery mit einem „etwas“ in der Hand und es folgt der Dialog:

„Was ist das, woraus besteht das?“
„ Ein Knish. Ich hol mit die Dinger seit Jahren. Sie sind köstlich. Ich weiß nicht was drin ist. Red‘ nicht mehr drüber.“

underground-gourmetNun, was ist ein Knish? In Netz fand ich zuallererst die Seite von Yona Schimmels Knish Bakery und dazu viele Erklärungen. Yona Schimmels Knish Bakery wurde bereits 1968 in dem wundervollen Buch „The Underground Gourmet“ (Where to find great meals in New York for less than $ 3.00 and as little as 50 C.) erwähnt. Es ist seit über hundert Jahren ein Fingerfood, das mit jüdischen Einwanderern nach Amerika kam. Knish ist Jiddisch (קניש) und wurde vom russichen Wort „knysh“ (Книш) übernommen, was so viel wie gebackene Klöße bedeutet. Sie sind eng mit den polnischen Piroggen verwand und ebenso mit den bolemas, die sephardischen Juden in der Türkei aßen. Sie füllten den Teig mit pikantem Kürbis. Ebenfalls wie die Knish wurde der Hefeteig zu seilähnlichen Strängen gedreht, in kleine Spiralen abgedreht, gerollt und gebacken. Juden aus Bulgarien und anderen Teilen des Osmanischen Reiches genossen Borekas. Diese gebackenen Halbmonde füllte man mit Auberginen oder Kartoffeln und Käse. Im Irak nannten die Juden es sambusak und füllten den Hefeteig, mit würzigem Fleisch oder Kichererbsen. Aber zurück zu den Knishs, das ursprünglichste amerikanische jiddische Fingerfood.
Das folgende Rezept erschien vor einigen Jahren in der Zeitschrift „Reform Judaism“.
knish
Zutaten
4 1/2 Tassen trockener Kartoffelbrei (keine Flüssigkeit oder Fett hinzugefügt)
3 Eier, leicht mit einer Gabel geschlagen
1/2 Tasse Mehl
1/4 Teelöffel frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
3 Teelöffel Salz
1/4 Tasse Olivenöl oder Hühnerfett
3 große Zwiebeln, fein gewürfelt
zusätzliches Mehl für das Formen der Knishes
zusätzliche Oliven- oder Pflanzenöl zum Braten der Knishes
Zubereitung
Die Kartoffeln, Eier, Mehl, Pfeffer und 2 Teelöffel Salz vermischen um einen weichen, etwas klebrigen Teig zu erhalten.
Für 20 Minuten ruhen lassen und während der Zeit die Zwiebeln braten.
Dafür nimmt man das Öl oder Hühnerfett brät die Zwiebeln bis sie dunkel goldbraun (aber nicht verbrannt) sind. Vom Feuer nehmen und den verbleibenden Teelöffel Salz einrühren.
Den Teig auf einer bemehlen Arbeitsfläche zu kleinen Kreisen ausrollen. Wenn er sehr klebrig ist, etwas Mehl dazugeben.
Legen Sie ein wenig, weniger als ein Teelöffel der Zwiebel-Mischung in die Mitte des Kreises, dann falten Sie die Teigkanten über der Füllung, wodurch ein kleiner, leicht abgeflacht, gefüllter Teigkreis entsteht.
Während man die anderen Knishes formt, die fertigen Teile zur Seite legen, aber vorsichtig, sie werden wieder weicher. Dann mit der Seite, wo die Naht ist, zuerst in heißes Öl geben und für ca. 5 Minuten braten, bis der Knish goldbraun ist. Umdrehen und für etwa zwei Minuten weiterbraten, bis die andere Seite golden ist. Mit einem Schaumlöffel herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Share on Facebook
Veröffentlicht unter Allgemein, Rezepte, vegetarisch | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Quarkklötzchen

Schnell, lecker und sattmachend
Quarkklötzchen, Ihr könnt es auch in allen anderen Varianten nennen, ist eine ganz schnelle, fantastisch zu variierende Beilage. Aus Quark, Ei und Mehl knete ich einen schnellen Teig, ein paar Tropfen Olivenöl dazu und schon ist die Grundlage fertig.
Variationen: alle möglichen Saucen! Angefangen bei der kleinen Tomatensauce bis zur Käsesauce ist auch hier alles möglich. Oder gar ein Saucenrest einer leckeren Bratensauce und etwas Gemüse und die schnelle Mahlzeit ist fertig.
Heute gab es sie mit gerösteten Pinienkernen und Gorgonzola in Sahne, dazu Abate-Birnen-Viertel gebraten mit Salbeistreifen und Walnusskernen.
quarkkloetzchen-mit-gorgonzola
Zutaten
250 g trockener Topfen
1 ganzes Ei
1 Eidotter
1 TL Olivenöl
Mehl, die Menge richtet sich nach dem Topfen, denn der ist unterschiedlich saugfähig.

Zubereitung
Quark mit dem Ei und Öl vermischen und danach mit dem Mehl zu einem festen Teig verkneten.
Kurz ruhen lassen und in daumendicke Rollen formen. In Stücke schneiden und wenige Minuten in kochendem Salzwasser garen. Wenn sie nach oben steigen, noch eine Minute warten und ab in die Sauce der eigenen Wahl.
reste

Share on Facebook
Veröffentlicht unter Allgemein, Rezepte, vegetarisch | Verschlagwortet mit , | 2 Kommentare

Karnevalistische Elementarteilchen aus dem Rheinland – Mutzen und Mutzenmandeln

In den Städten im Rheinland beginnt am Martinstag, dem 11.11. um 11.11 Uhr, die 5. Jahreszeit – die Karnevalssession oder auch Närrische Zeit. In einigen Städten wird an diesem Tag der „Hoppeditz“, ein Düsseldorfer Erzschelm, „aus seinem Sarg geholt“ – natürlich wird er vertreten von einem Karnevalisten, welcher dem Stadtoberhaupt die Leviten lesen darf. Andernorts ist es der „Nubbel“, eine Strohpuppe, welche an Kneipentüren oder Häuser gehängt wird. Am Aschermittwoch wird er wieder beerdigt.
hoppeditzDie Zahl Elf ist seit Jahrhunderten die Zahl der Narren. Es ist die Zahl nach 10, womit hier die zehn Gebote gemeint sind, welche für die damaligen Christen die Zeit der Überschreitung der Grenzen bedeutete. Elf Personen inklusive des Präsidenten bilden den „Elferrat“, welcher Narrenkappen mit Straußenfedern trägt.1827 befahl ein preußischer General den Kölner Jecken, diese Kappen, welche der Mütze des Jokers im Kartenspiel ähneln, zu tragen, um sich vom normalen Volk zu unterscheiden. So symbolisiert sie auch die Gleichheit, da sich die Zahl 11 aus zwei selben Zahlen zusammensetzt.
„Narren“ oder im Rheinland auch „Jecken“ genannt halten humorvollen Reden, die Büttenreden – deshalb so genannt, weil ein Waschzuber, die Bütt, als Rednerpult dient. Wie früher wird hier „schmutzige Wäsche gewaschen“, werden Missstände aus allen Bereichen aufs Korn genommen. „Alaaf“ und „Helau“ sind die bekanntesten Narrenrufe. Natürlich dürfen auch fröhliche Lieder nicht fehlen. Und es werden fröhliche Lieder gesungen, von denen manche die Jahrzehnte überdauert haben. Denn jedes Jahr gibt einen neuen Karnevalsschlager der Saison.
Der Rheinische Karneval blickt auf eine lange Tradition zurück. Geschichtlich erwähnt wurde er erstmalig im Mittelalter. Schon damals gab es Straßenumzüge, und es wurde ausgiebig gefeiert – natürlich verkleidete und maskierte man sich auch. Es war ein Fest des einfachen Volkes, und geistige und weltliche Obrigkeiten, welche den Karneval auf ihre Art feierten, sahen all dem Treiben, welches mit der Fastenzeit endete, mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu – sie wurden von der feiernden Bevölkerung gehörig verspottet.
Ein besonderer Tag ist die Weiberfastnacht, Wieverfastelovend heißt sie in Köln, die in den rheinischen Städten ausgelassen gefeiert wird. Verheiratete Frauen nannte man in alter Zeit Möhnen. Die maskierten und verkleideten Möhnen stürmen am Donnerstag vor Rosenmontag das Rathaus und schneiden den Männern die Krawatten als Ausdruck der Missachtung männlicher Dominanz ab. Natürlich bekommen die Geschädigten anschließend ein „Bützje“ (Kuß).

Bützen gehört auch allgemein zur Karnevals-Tradition. Vorrangig in Köln verteilen die „Lecker Määdsche“ ihre Bützche gern und überall. Es ist Ausdruck purer Lebensfreude. Während dieser Zeit ist man eben „jeck“, was so viel wie närrisch oder verrückt bedeutet.
Vor dem Fasten muss man natürlich noch einmal gut essen und darum gibt es in dieser Zeit die traditionellen Rheinische Mutzen oder auch Muuze. Es ist ein rautenförmiges in Schmalz frittiertes Gebäck aus dünn ausgerolltem Backpulver- oder Hefeteig. Man darf sie aber nicht mit den Muzenmandeln verwechseln. Die sind aus Mürbeteig in Mandel- oder Tropfenform. Beide werden traditionell in der Karnevalszeit gegessen und frisch schmecken sie am besten.
muuzen
Mutzen oder Muuzen
Zutaten
350 g Mehl
1 TL Backpulver
100 g Zucker
60 g Butter
2 Eier
1 EL rum
1 Prise Salz
30 g Butter
Butterschmalz zum Frittieren
Puderzucker zum Bestreuen

Zubereitung
Mehl und Backpulver gut vermengen.
Die Butter, Salz, Zucker und die Eier schaumig rühren.
Den Rum und das Mehlgemisch unterrühren, anschließend die Masse eine halbe Stunde ruhen lassen.
Teig auf Mehl etwa 3 mm dick ausrollen ca. 7 cm lange Rauten ausschneiden.
Das Butterschmalz in einem Topf erhitzen und das Gebäck im 180 °C heißen Fett goldbraun ausbacken.
Die Muuzen auf Küchenpapier zum Abtropfen geben und zum Schluss mit Puderzucker überstäuben.
mutzenmandel
Mutzenmandeln
Zutaten
3 Eier
175 g Puderzucker
2 TL Rum
1 Prise Salz
300 g Mehl
50 g Mandeln gemahlen
1 TL Backpulver
60 g Butter
Zucker zum Bestreuen.

Zubereitung
Eier, Puderzucker, Salz und Rum schaumig schlagen. Die Mandeln und Butter (welche natürlich weich sein sollte) unter die Schaummasse rühren. Das Mehl und Backpulver mischen und in die Schaummasse hineinarbeiten.
Mandelförmige Nocken ausstechen und bei 180° C goldbraun ausbacken und dann mit Zucker bestreuen.
Und wer ganz viele macht: Für Mutzenmandeln gibt es besondere Ausstechformen.

Share on Facebook
Veröffentlicht unter Allgemein, Rezepte, Süsses, vegetarisch | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar