Im Mai: Einfache, preiswerte Gerichte wie man sie früher kannte

Wer den Grundsatz „From nose to tail“ in seiner Küche verwirklichen will, hat es immer schwerer. Bestimmte Stücke vom Rind oder Kalb und noch viel öfters vom Schwein werden beim Metzger nicht mehr angeboten. Sogenannte „Grillhaxen“ werden ohne Haut und Fett angeboten, Kalbskopf gibt es praktisch nicht mehr, Schweineköpfe und Spitzbeine für hausgemachte Sülzen sind sehr schwer zu bekommen. Die Innereien beschränken sich oft nur noch auf die Leber. Alle Welt redet von Nachhaltigkeit, aber beim Fleisch scheinen gute Stücke im Hundefutter (oder vielleicht in einer Wurst) zu landen.

Darum habe ich mich entschlossen im Mai wieder einmal Gerichte zuzubereiten, die bei vielen Mitmenschen in Vergessenheit geraten sind: „Ochsenmaulsalat mit Bratkartoffeln“ oder „gebratene Blutwurst auf sauren Linsen“. Beginnen will ich mit einem meiner Lieblingsrezepte:

Möhren-Kartoffelstampf mit Frikadelle

In Norddeutschland war der Möhren-Kartoffelstampf ein beliebtes Essen, manchmal gab es eine Frikadelle oder sogar ein anders Fleischgericht dazu, oft aber nur ausgelassene Speckwürfel darüber.

Möhren-Kartoffelstampf

Als Zutaten braucht man Möhren und mehlig kochende Kartoffeln. Das Mischungsverhältnis bestimmt der eigene Geschmack. Dazu eine Zwiebel, Petersilie, ein Lorbeerblatt, 2 Nelken, Muskat, Salz, Butter oder saure Sahne.

Die Zubereitung ist einfach. Die Zwiebel, Möhren und Kartoffeln schälen, würfeln und zusammen kochen. Das Lorbeerblatt und die Nelken kommen mit ins Kochwasser. Wenn die Kartoffeln gar sind, das Kochwasser bis auf einen kleinen Rest abgießen. Das Lorbeerblatt und die Nelken herausnehmen, die Butter oder saure Sahne zugeben und alles zerstampfen. Jetzt muss man es nur noch mit Muskat und Salz abschmecken.

Zum Schluss gibt man Petersilie oben auf. Das ist ein Essen das einfach zuzubereien und preiswert ist und glücklich macht.

Nächste Woche gibt es „Ochsenmaulsalat“!

Ein Gedanke zu „Im Mai: Einfache, preiswerte Gerichte wie man sie früher kannte

  1. Moin, Moin, Gerhard,

    ich bin einer derjenigen, der den Grundsatz „From noise to tail“ praktiziert und gerne anwendet. Hat man einmal wieder Steak, Schnitzel und Gulasch gegessen, fragt man sich, was esse ich jetzt, denn anscheinend hat die Fleischtheke beim Supermarkt immer die gleichen Produkte. Da bieten sich eben die Innereien als gelungene Abwechslung an.

    Und ich gebe Dir recht, sie sind schwer zu beziehen. Ein Überblick in Hamburg: Aldi bietet gar keine Innereien an. Bei Edeka sind zumindest Herz, Leber und auch Hähnchen-Innereien fester Bestandteil des Sortiments. Am liebsten gehe ich jedoch zu Rewe einkaufen, denn dort bekomme ich für 10 € mehrere Packungen Innereien, die mir die Möglichkeit bieten, etwa 8–10 Gerichte daraus zuzubereiten: Herz, Leber, Pansen und Niere. Und dann nehme ich meistens gleich noch Schweinebauch mit. :) Kaufland hat auch einige Innereien im Sortiment, ich war aber schon Jahre nicht mehr dort und weiß leider nicht mehr, was er anbietet.

    Ich beziehe meine Innereien daher von einem Online-Schlachter aus dem Fränkischen. Wenn Du keine Werbung für ihn machen willst, indem ich den Link für seinen Shop hier poste, verstehe ich das. Ich schreibe Dir daher hier nur den Namen des Shops, denn Google ist ja Dein Freund: Umdiewurst. Er bietet eigentlich alles an Innereien an, was das Herz und der Magen begehrt, bis zu den „Rindereien“ wie Rinder-Penis und Stier-Hoden. :)

    Grüße aus Hamburg

    Thomas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*