Toettchen

Himmel und Erde

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Immer wieder hört man: „Das Auge isst mit!“ Aber manche Gerichte brauchen auch einen schönen Namen, damit sie gut schmecken. Töttchen ist schon ein klangvollerer Name als Kalbskopffleischragout. Blindhuhn ist sooo lecker, – aber wäre es das auch, wenn es Bohnen mit Bauchfleisch und Birnen heißen würde. Der geheimnisvollste, verlockendste Name in der westfälischen Küche allerdings ist Himmel und Erde. Es hat geradezu einen poetischen, ja fast religiösen Klang, als ob es um mehr gehen würde als lediglich ein paar Kartoffeln, ein paar Äpfel und eine Blutwurst. Und irgendwie tut es das auch. Himmel und Erde ist eben mehr als die Summe seiner Teile – oder vielleicht bilde ich mir es ein. Wie auch immer, Himmel und Erde ist für mich das typische Beispiel der westfälischen Fähigkeit, in der Küche aus Bescheidenem Delikates zu zaubern. Im Rheinland wird das Gericht liebevoll „Himmel un Ääd“ genannt.
Ich muss eingestehen, dass ich es als Kind nicht gerne aß. Zu meiner Entschuldigung muss ich aber schreiben, dass meine Großmutter der festen Überzeugung war, dass alles flott untergemischt sein musste. Äh ba! Nein, das muss es nicht!
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Zutaten (für 4 Personen)
600 g mehlig kochende Kartoffeln
1 EL Butter
50 ml Milch
Muskat
2 große Zwiebeln feinblättrig geschnitten
Butterschmalz
2 große säuerliche Äpfel
Honig
1 EL Butter
200 g frische, grobe Schweinsbratwurst
200 g Blutwurst zum Braten

Zubereitung
Aus den Kartoffeln, dem EL Butter und der Milch bereite ich Stampfkartoffeln. Schmecke diese mit Salz und Muskat ab. Wer mag darf auch mehr Butter und mehr Milch nehmen, dann werden die Kartoffeln cremiger.
In der Zwischenzeit brate ich zuerst die frische grobe Schweinsbratwurst sehr langsam in wenig Butterschmalz. Die Blutwurst wird nur die letzten 5 Minuten von beiden Seiten angebraten.
Die Zwiebeln röste ich braun und knusprig in Butterschmalz.
Von den Äpfeln entferne ich das Kerngehäuse, schneide sie in Schnitze und schmore sie langsam in Butter und Honig. Die Schale bleibt an den Äpfeln dran.
Alles nett nebeneinander anrichten! Guten Appetit.
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2 Kommentare

  1. Ohh, das sieht aber seeeeehr viel besser aus, als der Mantsch, den ich als Himmel und Erde kenne. Den Mantsch mag ich eben nicht gerne. Deine Variante sieht mehr nach Himmel für mich aus.

  2. Mhhhh, sieht das lecker aus

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