Toettchen

Geröstete Karotten-Suppe mit Le Puy-Linsen

| 14 Kommentare

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Suppen sind meine Leidenschaft. Am liebsten mag ich Gemüsesuppen. Diese hier kommt aus den Niederlanden. Ihre Hauptbestandteile sind Karotten und Linsen. Die Linsen sind aus Le Puy. Im vergangenen Jahr habe ich mit meinem Sohn F. das malerische Städtchen besucht, als er zum Studieren nach Toulouse ging.

La Loire à Brives-Charensac

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Kirche Saint Michel d’Aiguilhe

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Straßenszene in Le Puy

Straßenszene in Le Puy


Karotten stehen selten im Mittelpunkt eines Gerichts Diskret bleiben sie im Hintergrund und verbessern gemeinsam mit Gemüse wie Zwiebeln und Sellerie den Geschmack . Sie sind oft die Basis für mutigere Aromen, die anderen Zutaten zu stehen.

Nicht so in dieser Suppe. Karotten sind die Hauptdarsteller, mit einem Hauch von Fenchel und etwas Olivenöl entwickeln sie ein ganz eigenes Aroma. Dafür werden sie zunächst im Backofen geröstet. Es ist ein wichtiger Schritt, da sie leicht karamellisieren, und eine köstliche süße Geschmacksbasis für die Suppe hervorbringen.
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Die zweite Hauptzutat sind Linsen aus Le Puy. Puy-Linsen oder Lentilles du Puy, wie sie in Französisch genannt werden, sind Linsen aus der Vulkanregion von Le Puy-en-Velay im südlichen Zentral-Frankreich, und sie sind die einzigen Linsen der Welt die von Anbaugebiet identifiziert. Sie sind klein, grün-schwarze Linsen mit einem blauen Marmorierung, die einen sehr kräftigen Geschmack und eine hohe Qualität haben, und wenn gekocht wird, ihre Festigkeit ihre Form behalten. Mann kann auch Beluga-Linsen statt die aus Le Puy verwenden, oder eventuell auch kleine braune Linsen .
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Zutaten für 6 Portionen
1 ½ kg Karotten, geschält und in2 cm dicke Scheiben geschnitten
1 ½ TL gemahlener Fenchelsamen
6 EL Olivenöl
1 große Zwiebel, fein gehackt
3 Knoblauchzehen, in dünne Scheiben geschnitten
2 Stangen Staudensellerie, gehackt
1 6 cm Stück frischer Ingwer, geschält und gerieben
Blätter aus 4 frische Thymianzweige, plus extra zum Garnieren
1 ½ LiterGemüsebrühe
200 g Puy-Linsen, gut gespült
Salz und schwarzer Pfeffer
Zitrone

Zubereitung
Den Backofen auf 180 ° C vorheizen und ein großes Backblech mit Backpapier auslegen. Hierauf kommen die in Scheiben geschnittenen Karotten. Das Ganze mit dem Fenchelsamen bestreuen und mit 3 EL des Olivenöls beträufeln. Salz und gemahlenen schwarzen Pfeffer darüber geben. Alles gut mit den Händen mischen und dann das Backblech auf der mittleren Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben. Es braucht 30-35 Minuten, bis die Karotten leicht aufgeweicht und karamellisiert sind. Aus dem Ofen nehmen und in die heiße Gemüsebrühe geben.

In der Zwischenzeit erhitzen, in den restlichen 3 EL Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze die Zwiebeln unter häufigem Rühren anbraten. Nach 3 – 5 Minuten den Knoblauch für weitere 1 – 2 Minuten mit anbraten.Jetzt die Sellerie hinzufügen und 3-4 Minuten schmoren, bis sie weich ist. Jetzt kommt noch der geriebenen Ingwer und der Thymian hinzu, mit Gemüsebrühe auffüllen, in die wir gerösteten Karotten (mit den Säften vom Backblech) geben und alles zum Kochen bringen.

Einen Deckel auf den Topf setzen, die Hitze reduzieren und ca. 25-30 Minuten leicht kochen lassen. Dabei muss man gelegentlich umrühren, bis die Flüssigkeit ein wenig reduziert hat und die Karotten weich sind. Während die Suppe köchelt, bereiten wir die Linsen. 1 Liter Wasser und zum Kochen bringen. Die Linsen und ¼ TL Salz hineingeben und bei mittlerer Hitze 15-20 Minuten kochen, dann sollten sie weich und dennoch bissfest sein. In einem Sieb abtropfen lassen.

Wenn die Suppe fertig ist, nehmen wir sie vom Herd und pürieren sie mit einem Stabmixer, bis die Möhren glatt und cremig sind. Jetzt die gekochten Linsen in die Suppe geben und gut umrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einem Schuss Olivenöl und frischem Thymian garniert heiß servieren.
Man kann jetzt noch etwas Zitrone in die Suppe zu quetschen. Das ergibt so einen Unterton von von Säure, um ist ein Gegengewicht zur Süße der Möhren.

Dazu gibt es frisches Bauernbrot.

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14 Kommentare

  1. Das klingt soo sensationell lecker, dass ich es direkt morgen nachkochen werde, die Puy-Linsen sind zwar noch bis Mai haltbar, aber man muss es ja nicht darauf ankommen lassen. ;-)
    Wunderschönes Wochenende + Liebe Grüße,
    Eva

    • Lass Dich überraschen, wir waren es jedenfalls – sehr positiv. Die große Portion war ehe ich mich versah, gegessen!
      Ein wunderschönes Wochenende und liebe Grüße
      Toettchen

  2. Mit dieser Suppe hast Du ganz genau meinen Geschmack getroffen. Ofengeröstetes Gemüse zählt zu meinen Lieblingen, und die Puy-Linsen auch.
    Le Puy ist übrigens eines meiner liebsten Städtchen in Frankreich; auch ohne die Linsen ist die Athmosphäre einfach wunderbar…

    • Das freut mich, dass Du Le Puy genauso empfunden hast wie ich. Und die Suppe ist wirklich super lecker.
      Ein schönes Wochenende und liebe Grüße
      Gerd

  3. So geroestet wirdauch eine Rueblisuppe lecker, und Linsen mag ich ohnehin.
    Wunderbare Bilder von Le Puy und den Zutaten, schoenes altes Holz auch.

    • Schönes altes Holz? Lieber Houdini, als ich vor ca. 40 Jahren nach dem Studium nach Basel zog, hatte soeben die IKEA das erste Möbelhaus in Spreitenbach eröffnet und wir sind hin. Wir kauften eine Anrichte, 6 Stühle und einen Tisch, den man auf 250 cm ausziehen kann. Da war alles noch aus Massivholz und wenige Teile zum Zusammenschrauben. Die Stühle gibt es nicht mehr – die anderen Teile schon. An diesem Tisch haben in Folge zwei Generationen gegessen, ganze Kinderscharen gebastelt, manchmal wurden darauf Hausarbeiten gemacht, einmal stand der Hund obenauf und hatte das Osterfrühstück begonnen, als wir vom Eiersuchen wieder herein kamen. Der Tisch hat viele Macken, Rillen und langsam wird das Holz alt. Doch eine Tischplatte von 30 mm wird auch sicherlich noch zwei weitere Generationen überleben. Getragen wird diese von einem ausziehbarem Stahlgestell (unverwüstlich) – hat aber massive 80 x 80 mm Holzfüße. Ich habe ihn als Familienerbstück vorgesehen und vielleicht wird eines Tages jemand die ganze Geschichte dieses Tisches niederschreiben.

  4. Eine sehr schöne Suppe. Tolle Fotos !

    • Ich habe soeben durch Deinen Kommentar Deinen Blog entdeckt – er gefällt mir. Wir werden sicher noch öfters voneinander hören, weil ich Dich ab heute verfolge!
      Toettchen

  5. Tolle suppe, wird sicher nachgekocht!

    Le Puy ist wunderschön, stimmt, auch wenn ich dort in die grösste hundekacke meies lebens getreten bin. Aber das soll -nach französischen verständnis- glück bringen *lach* Und so war es wohl auch.

    Noch eine kulinarische frage: wie bekommt man rote linsen so hin, dass sie gekocht farbe und form behalten??? Essen kann man sie zum glück in jeder form aber als salat sind sie nach meinen vielfältigen versuchen leider nicht mehr zu gebrauchen.
    Liebe grüsse aus dem wilden westen frankreichs, l’é-f

    • Hallo,
      bei roten Linsen lässt es sich nicht vermeiden, dass sie die Farbe verlieren und verkochen. Es heißt, ein Schuss Essig ins Wasser lässt sie die Form behalten. Bei mir hat es nicht funktioniert.

      sonntägliche Grüße in den wilden Westen Frankreichs

  6. Bonjour,
    schöner Beitrag und tolle Suppe. Dann noch mit meinem Lieblings Linsen.
    Ein paar von den Dingern solltest du aber ins Töpfchen geben für einen leckeren Linsen Salat.
    Die roten Linsen sind nur schön roh. Einziger Vorteil sie sind schnell gar. Ich verwende sie nur wenn es schnell gehen soll in einer Suppe. Dann mixe ich die Dinger. Aber die Farbe haben sie bei mir auch nie behalten.
    Sonnig Grüße aus der Haute-Marne

    • Guten Tag Marlies,
      Du hast ja recht, es müssen immer Linsen für einen Salat im Haus sein. Sie hier.
      Die roten Linsen sind auch bei weitem nicht so geschmackvoll wie die aus Le Puy. Erst gestern schrieb ich einen Kommentar, dass sie immer zerfallen und die Farbe nicht behalten. Angeblich soll Essig im Kochwasser helfen, was ich aber bezweifle.

      Sonnige Grüße vom Bodensee

  7. Wer hätte gedacht, dass die Linsenmetropole so spannend ist! Tolles Süppchen, mit den Linsen.

    • Danke für das Kompliment – sehr verspätet. Der Kommentar ist erst einmal dem SPAM Programm zum Opfer gefallen.
      Herzlichst Toettchen

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