Toettchen

Erntedank und Apfeltorte mit Karamellguss

| 2 Kommentare

Im Herbst feiern viele Menschen das Erntedankfest. Man besinnt sich darauf, dass all das Werden und schließlich die Ernte von der Gnade Gottes abhängen. Es ist die Zeit der Sichelhenke, wie man in der Region Bodensee sagt. An anderen Orten heißt die Zeit Sichellege oder Niedertallet.
Wenn das letzte Getreidefeld abgeerntet und das Getreide sicher in der Scheuer war, sprach der Bauer auf dem Feld ein Dankgebet. Die Schnitter und Erntehelfer legten dazu ihre Sensen und Sicheln (Sichellege) nieder oder knieten selbst zum Gebet nieder (Niedertallet). Danach wurden auf dem Hof die Sicheln und Sensen bis zum nächsten Jahr im Gebälk der Scheune aufgehängt (Sichelhenke). Das war der Ernteabschluss und beim darauf folgenden Fest, in der Regel am nachfolgenden Sonntag, wurde das Ende der Ernte mit Speis und Trank gefeiert. Das war dann einer der wenigen Tage im Jahr, als sich die Mägde und Knechte richtig satt essen konnten. Wenn der Bauer an diesem Tag geizte, hatte er es schwer, im nächsten Jahr Erntehelfer zu finden.

Man trug auch festlich geschmückte Körbe in die Kirche, um für diesen Segen Gottes zu danken und um gleichzeitig für all die großen und kleinen Sorgen neuen Segen zu erbitten. Inzwischen ist an manchen Orten daraus ein großes kirchliches Fest geworden, mit Umzügen und aufwendig geschmückten Kirchen. Erntedank ist aber nicht allein ein christliches Fest. Bereits aus vorchristlichen Religionen sind solche Feste bekannt. Sie waren Teil des Jahresablaufes bei Griechen und Römern, und auch das Judentum kannte zwei Erntefeste, eines um die Pfingstzeit und eines im Herbst. Und die Ernte der Früchte der Natur spielte für die Heiden eine große Rolle, denn das Heidentum bewegte sich fromm in jenem Bereich, der dem Christentum in dieser Ausgeprägtheit von jeher versagt geblieben war. Ich meine jenen Bereich, wo die Natur sündenlos ganz im Göttlichen liegt und das Göttliche in der Natur antastbar erscheint und die Götter sich den Sinnen darstellen, ohne sich in dogmatischen Formen dem Verstande preiszugeben.

Vor allem die Kinder lieben dieses Fest. Daheim wurde ein Erntedankkorb geschmückt, Lieder und Gedichte wieder hervorgekramt und dazu gehörte natürlich auch immer wieder die Geschichte von der Maus Frederic, die Sonnenstrahlen erntete. Und zum Erntedank gehörte jedes Jahr ein Apfelkuchen, bei dessen Zubereitung die Kinder helfen durften. Einer der ausgefallensten Apfelkuchen war die Karamell Apfeltorte

Zutaten für die Füllung und den Guss
4 Esslöffel Butter, und ein wenig mehr für die Pfanne
3 Tassen Zucker
5 Esslöffel Maissirup (im Asiashop und auch beim Italiener erhältlich)
1 Tasse Sahne
4 große Äpfel (1 3/4 bis 2 Pfund) Golden Delicious
2 EL Rosinen

Zutaten für den Teig
3 Tassen Mehl
2 Teelöffel Backpulver
1/2 Teelöffel Natron
1 Teelöffel Salz
1/2 TL gemahlener Zimt
1/2 Tasse saure Sahne
1/3 Tasse frisch gepresster Orangensaft
1 Esslöffel Vanille-Extrakt
1 Stange Butter , weich
1 1/2 Tassen Zucker
3 große Eier

Zubereitung
Zuerst einmal eine Springform mit Butter einfetten.
Für das Karamell kocht man Zucker und Maissirup bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren in einer großen Pfanne, bis der Zucker aufgelöst ist und die Mischung nach 7 bis 10 Minuten dunkel bernsteinfarben aussieht.
Dann die Hitze auf mittlere Stufe reduzieren. Vorsichtig die Sahne zugeben und 4 Esslöffel Butter (vorsichtig, das spritzt eventuell) und ca. 3 Minuten kochen und dabei ständig rühren.
Die Pfanne vom Herd nehmen und eine Minute ruhen lassen. Das Karamell beiseite stellen, eventuell in einem Wasserbad, dass es nicht zu sehr fest wird.
3 Äpfel vierteln und die Kerne herausschneiden. Die Apfelviertel auf der Schale nach unten in die Form legen und dabei etwas überlappend lassen. Die Apfelspalten sollen außen in der Form einen Ring bilden.
Der verbleibende Apfel wird quer halbiert. Die Kerne entfernen und darauf achten, dass der Apfelstiel im Apfel haften bleibt. Dann werden alle verbliebenen Apfelstückchen in die freie Mitte geschüttet, und in die Mitte kommt der wieder zusammengesetzte halbierte Apfel. In das nun leere Kerngehäuse haben wir die Rosinen gefüllt. Der Apfelstiel soll nach oben schauen. Ein wenig hin und her drücken, und es sieht meist prachtvoll aus.
Heizen Sie den Backofen auf 180° C vor.
Das Mehl, Backpulver, Natron , Salz und Zimt in einer Schüssel vermischen. Und in einer kleinen Schüssel die Sahne, Orangensaft und Vanille mischen.
Butter und den Zucker schaumig rühren. Die Eier zufügen und weiter rühren, bis alles cremig ist. Jetzt die Mehlgewürzmischung zugeben und nach und nach die Sahne-Orangensaftmischung unterziehen. So lange rühren, bis Sie einen geschmeidigen Teig haben.
Dann den Teig über die Äpfel geben und auf mittlerer Stufe für 1 bis 1 ½ Stunden backen. Keine Sorge, wenn der Kuchen etwas dunkel wird. Den Kuchen aus der Springform nehmen und auf einem Rost auskühlen lassen.
Jetzt das Karamell im Wasserbad wieder erhitzen, bis es dickflüssig ist und über den Kuchen geben.

Rezept pdf download

Print Friendly, PDF & Email
Share on Facebook

2 Kommentare

  1. Das Rezept klingt sehr lecker, will demnächst vorbereiten.
    Vielen Dank für das Karamellguss-Rezept, habe am Sonntag mit einfacherem Apfelkuchen gemacht, es war köstlich:)

    LG
    Julia

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


*