Toettchen

Entdeckung beim Morgenspaziergang und Steinbutt mit Thymianaroma

| 19 Kommentare

Noch ganz steif von der Morgenkühle:
schmetterling_01
schmetterling_03

steinbuttFür viele gehört der Steinbutt zu den besten Fischen, die sich im nassen Element tummeln. Bereits die Griechen und Römern haben ihn schon im Altertum als Delikatesse geschätzt. Seine Haut ist mit steinartigen Verknöcherungen übersät und gab ihm seinen eigenwilligen Namen. Wegen seiner Schönheit, Würde und des vorzüglichen Fleisches wegen, wird er auch „Fasan der Meere“ genannt.

Nun hatte ich just so ein Filet von einem Prachtexemplar und wollte ihn schon auf eine der klassischen Weisen zubereiten, als ich mich doch entschloss zu experimentieren Der Steinbutt eignet sich für alle Zubereitungarten und in der „Physiologie des Geschmacks“ von Jean Anthelme Brillat-Savarin wird in einer unterhaltsamen Geschichte erzählt, wie ein riesiger Steinbutt in einem Wäschekessel auf einem Kräuterbett gedämpft wurde.
reispapier
Ich hatte aber nicht das Problem einen Fisch zu besitzen, der für alle Töpfe und Pfannen zu groß war, sondern ein Filet, das aber offensichtlich von einem größeren Exemplar stammte. So ein Steinbutt kann bis zu 70 cm lang und 20 kg schwer werden. Diesen Fisch habe ich mit frischem Thymian zubereitet. Um den Thymiangeschmack optimal an das Fischfleisch weiterzugeben, wickelte ich das zerteilte Filet in Reispapier. Wie ich später bemerkte, sind nicht alle Sorten von Reispapier essbar, sondern nur jene aus Reismehl. Das war aber für die Zubereitung nicht wichtig.
Den Fisch servierte auf Schnibbelbohnen.
steinbutt_02
Zutaten:
500 g Steinbutt
Thymian
Piment d‘ Espelette
Salz und Pfeffer
eine Blatt Reispapier
1/4 l Weißwein
1/2 Zitrone
1 Lorbeerblatt
2 Nelken
1 EL Butter

das Rezept für die Schnibbelbohnen hatte ich bereits hier beschrieben!

Zubereitung:
Den Fisch reinigen und das Filet in passende Portionen zerteilen.
Diese Portionen mit Salz, weißem Pfeffer und einer Spur Piment d’Espelette würzen. Dann oben auf ein kleines Sträußchen Thymian legen.
Reispapier in Wasser einweichen (Blatt für Blatt) und den Fisch darin einwickeln, die Enden vom Paier umschlagen.
Den Weißwein mit der gleichen Menge Wasser mischen, die Zitrone in Scheiben, die Gewürze und die Butter zugeben. In einer möglichst großen Pfanne, für die man einen Deckel hat kurz aufkochen. Sofort die Temperatur zurücknehmen und die Reispapierpäckchen mit dem Fisch einlegen und alles bei nicht ganz geschlossenem Deckel dünsten.
Da ich einen Glasdeckel habe, konnte ich sehen, wie sich das Reispapier wie ein Ballon durch die heiß werdenden Dämpfe aufblies. Den Fisch so 8 Minuten garen. Die Garzeit hängt ganz von der Stärke des Filets ab.
Die Päckchen herausnehmen und mit einer Schere oben aufschneiden. Den Fisch herausnehmen und auf den Bohnen anrichten.

* Das Bild vom Steinbutt ist eine Kopie aus einem Prospekt der „DeutscheSee Manufaktur“

Print Friendly, PDF & Email
Share on Facebook

19 Kommentare

  1. Steinbutt ist wahrlich eine köstliche Delikatesse und gehört auch bei mir zu den Favoriten (mein Rezept kommt morgen) :-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy
    PS. Hey, die Sonne scheint … Wahnsinn !

  2. Wunderbar, einmal mehr. Was bewirkt das Reispapier?
    Der Bericht erinnert mich an Günther Grass, er ist ja nicht nur Author. Hier sein anderer Butt: textorpicture

  3. … und ein sehr sehr schöner Schmetterling!!

  4. Zuerst vermutete ich der Schmetterlinge kündige Zwiebelmustergeschirr an. Seine Schönheit hätte es wunderbar ergänzt.
    Und der Butt mit Thymian…,hmmm, wie muss es bei Ihnen duften. Mantje, mantje , timpete. Buttje, Buttje in de See….Hier bleibt kein Wunsch offen.
    Liebe Grüße, Ihre Arabella

  5. Steinbutt ist tatsächlich ein ganz toller Fisch. Ihn so zuzubereiten, finde ich toll. Ich kann mir vorstellen, dass sich die Aromen so wirklich optimal verbinden.
    Danke für die Infos über Reispapier. Ich dachte auch immer, dass man da jedes essen kann.

    • Ich habe heute gelernt, dass es Reispapier aus gemahlenem Reis gibt, dass sich gut essen lässt. Dann gibt es Reispapier aus Reisstroh, das in der Konsistenz sehr fest ist, aber im Aussehen dem anderen ähnelt. Das kann man dann nicht essen – oder besser gesagt, dass sollte man nicht essen.

  6. ein traumhaftes Exemplar von einem Schmetterling!

    Wie du den Steinbutt zubereitet hast, gefällt mir sehr gut.

  7. Wunderbares Experiment!
    So einen Schmetterling habe ich noch nie gesehen. Aber gestern am See (zwar keinen Butt), aber viele grüne Frösche und büschelweise wilde Minze.
    Und dass es Reispapier gibt, dass man nicht verzehren sollte, wusste ich auch noch nicht.
    Liebe Grüße,
    Eva

    • Ja, der Schmetterling ist schön und weil er mir seinen Namen nicht sagen wollte, hab ich ihn jetzt „Zwiebelchen“ genannt. Irgendwie scheint er ja aus einem Zwiebelmuster entflogen zu sein.
      Liebe Grüße
      Gerd

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


*