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Englische Sonntagstradition – Yorkshire Pudding

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Das typische britische Sonntagsessen ist seit Jahrhunderten eine Institution, die nicht wegzudenken ist. In Pubs wird es in aller Regel ebenfalls am Sonntag angeboten. Dazu gehört ein schönes Stück Braten, vorzugsweise Roastbeef, zwei Sorten Gemüse und der Yorkshire Pudding. Ohne Yorkshire Pudding ist das Sonntagsessen nicht perfekt. Nun muss man noch ergänzen, dass der Engländer beim Wort Roastbeef eher an eine saftig gebratene Hohe Rippe denkt, als an jenes Lendenstück, welches in Deutschland serviert wird.
Wer „Roast and Yorkshire Pudding“ in London genießen mag, dem empfehle ich The Dove“ in Hammersmith. Dieser hübsche, kleine 17th Century Riverside Pub bietet alles: unberührte Natur, gutes Essen und ausgezeichnetes Bier. Hier tranken und aßen schon Graham Greene, Ernest Hemingway.

Nun ist es so, dass der Yorkshire Pudding keinerlei Ähnlichkeiten mit dem hat, was man in Mitteleuropa unter Puddings versteht. Wer sofort an die süßen Verführungen mit Vanille- oder Schokogeschmack denkt, liegt vollkommen falsch. Das sind eigentlich Flammeris – eine kalte, süße Speise, die aus Gries, Stärke oder Reis zubereitet wird. Puddings sind eher verwandt mit Aufläufen. Sie sind salzig und herzhaft, können aber auch süß sein. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Flammeris gekocht werden, während der Pudding in Formen – im besten Fall eine Puddingform – im Wasserbad oder direkt im Ofen gebacken wird.

Für den Yorkshire Pudding verwende ich Timbale oder Muffinformen. Das Rezept ist relativ einfach:
150 g Mehl
150 ml Milch
2 Eier
Salz
Muskat
Wahlweise neutrales Pflanzenöl, besser fetter Bauchspeck vom Schwein oder Schmalz – im Idealfall Nierenfett vom Rind (wer es so mag)

Die Milch, die Eier und das Mehl zu einem Teig verarbeiten und mit Salz und einer Spur Muskat würzen. Dann sollte der Teig für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank – längere Ruhezeiten wirken sich positiv auf das Ergebnis aus.

Den Backofen vorheizen (200 ° – 250 ° C), die Formen in den Ofen und in die Vertiefungen je einen Würfel Speck von nicht ganz einem cm Kantenlänge geben. Wenn das Fett raucht – aufpassen, dass es nicht verbrennt – herausnehmen und in die Backmulden etwas Teig geben.

Nachdem ich den Teig aus dem Kühlschrank genommen habe, gebe ich gerne 2 – 4 cl kaltes Mineralwasser hinein.

Der Yorkshire Pudding wird jetzt bei hoher Temperatur für 15 – 20 Minuten im Ofen gebacken. Ein guter Yorkshire Pudding schwillt mächtig an und wird braun und knusprig, und wenn man hineinschneidet, sieht man, dass er innen hohl ist. Idealerweise bereitet man ihn im gleichen Backofen wie das Fleisch zu. Dann nimmt er leicht den Bratenduft an.

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