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Die Klosterinsel Reichenau – Wein, Gemüse und Fisch

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Die größte der drei Bodenseeinseln ist die Reichenau. Allgemein ist sie wegen ihres intensiven Gartenbaus als die Gemüseinsel bekannt – und sie wurde im Jahr 2000 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Das geschah natürlich nicht wegen des Gemüses, sondern weil das Benediktinerkloster und die drei romanischen Kirchen ein herausragendes Zeugnis der frühmittelalterlichen Architektur in Mitteleuropa veranschaulichen. Doch das eine bedingte das andere.

Im Jahr 724 gründete der Wanderbischof Pirmin das Kloster auf der „reichen Au“ und dieses entwickelte sich zu einem geistigen und kulturellen Zentrum des Heiligen Römischen Reiches.
Einer der bis heute bekanntesten Mönche und Lehrer in diesem Kloster war der Mönch Walahfrid Strabo, der mit seiner „Visio Wettini“ das christliche Weltbild darlegte. Auf der Reichenau erlebte die Buchmalerei, die sich bemühte, Illustrationen, Verzierungen und Texte miteinander zu verknüpfen, einen Höhepunkt der ottonischen Kunst. Das bekannteste Produkt dieses Klosters dürfte heute das Gedicht Hortulus sein. Als junger Abt verfasste Walahfrid Strabo die Schrift „De cultura hortorum“ – oder kurz „Hortolus“ genannt. Darin schilderte er seine Beobachtungen und praktischen Erfahrungen, die er in seinem Klostergarten gesammelt hatte. Dieser Garten war in erster Linie ein Apothekergarten. Heute befindet sich hinter dem Münster ein Gärtchen, das an den Mönch und sein Werk erinnert. Nicht nur innerhalb der Klostermauern befanden sich Landflächen, auch außerhalb derer betrieben die Mönche Kultivierung. Nun führte das nicht direkt zum Gemüseanbau, sondern erst einmal pflanzte 818 der Abt Hatto I. den ersten Rebstock und über Jahrhunderte war die Insel ein Weinbaugebiet. Nach dem Niedergang des Klosters blieb der Weinbau die Lebensgrundlage der meisten Reichenauer Familien. Doch das Klima war zu wechselhaft und nach dem Frostwinter 1928/29, als die meisten Reben erfroren, wich der Weinbau dem erträglicheren Gemüseanbau. Heute wird auch wieder Wein angebaut und die Reichenau ist damit das südlichste Weinbaugebiet Deutschlands.

Fischer am frühen Morgen vor Unterzell

Neben dem Gemüse- und Weinbau hat die Insel eine langjährige Fischertradition und manch bekanntes Fischgericht stammt von dieser Insel. Heute stelle ich ein Rezept von Martin Hegar vom Hotel Halde auf dem Schauinsland vor:

Lachsforellenfilet unter der Apfel-Meerrettichkruste auf Wurzelgemüse

Immer und jederzeit ein leichtes Gericht. Statt Wurzelgemüse verwendet man im Sommer das frische Angebot vom Markt, die Apfel-Meerrettichkruste ist ebenfalls jederzeit zuzubereiten. Die Kruste ist der besondere Pfiff, sie gibt dem Filet eine süß-säuerliche Frische.

Zutaten für vier Personen
4 Lachsforellenfilets á 150 g, ½ Zitrone, 2 Scheiben frisches Toastbrot, ½ Apfel ( Boskop), 50 g frischer Meerrettich , 25 g Butter, Salz und Pfeffer, etwas Butterschmalz

Für das Gemüse:
1 Karotte, ¼ Sellerieknolle, 1 Petersilienwurzel, ½ Stange Lauch (nur das weiße und hellgrüne), 1 Thymianzweig, 10 g Butter, Salz und Pfeffer

Das Gemüse schälen, den Lauch waschen und alles in gleichmäßige Rauten oder Würfel schneiden. Die Gemüserauten in gesalzenem Wasser gar kochen, dann in Butter mit den Blättchen vom Thymian farblos anschwitzen und mit Salz und Pfeffer würzen.
Für die Apfel-Meerrettichkruste die Rinde des Toastbrotes entfernen und die entrindeten Scheiben auf einer Küchenreibe zusammen mit dem geschälten Apfel und dem geschälten Meerrettich reiben. Das Ganze mit der Butter und etwas Salz und Pfeffer vermengen.
Die Lachsforellenfilets mit Salz und Pfeffer würzen und mit Zitrone beträufeln.
In einer vorgeheizten Pfanne mit etwas Butterschmalz auf beiden Seiten anbraten, die Apfel-Meerrettichkruste auf den Filets verteilen und unter dem Grill mit Oberhitze fertiggaren, bis die Kruste eine leichte Bräunung bekommt.
Die Lachsforellenfilets auf dem Gemüse anrichten und servieren.

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