Toettchen

Der goldene Windbeutel

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Windbeutel? Ja, genau der! Der, den die Nahrungsmittelindustrie* täglich versucht uns aufs Auge zu drücken. Oder besser gesagt, in den Einkaufskorb zu legen. * Warum ein Sternchen? Das ist ja auch eigentlich keine Nahrungsmittelindustrie, denn das Wort Nahrung ist in den meisten Fällen hier fehl am Platz. Hier haben wir es mit Firmen zu tun, die Köche nur als Alibi beschäftigen. Dafür beschäftigen sie einige Chemiker, einige Fooddesigner und jede Menge Anwälte.
goldener windbeutel
„Kalbfleisch-Leberwurst“ mit nur 15 Prozent Kalb, „Kirsch“-Tee ohne Kirschen, „Alaska-Seelachs“ ohne Lachs: Die beim Bundesernährungsministerium angesiedelte „Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission“ legt absurde Bezeichnungen für Lebensmittel fest. Kein Wunder: Lobbyisten der Lebensmittelindustrie entscheiden mit und können verbraucherfreundliche Regeln blockieren. Schlimmer noch: Die Öffentlichkeit erfährt von diesen Vorgängen nichts – denn die Kommission tagt im Geheimen!
Und um diese Machenschaften aufzudecken, tritt seit 10 Jahren „Foodwatch“ an.
Ich zitiere hier aus der Selbstdarstellung von Foodwatch: „Was wir essen, entscheiden nicht wir selbst. Der einzelne Verbraucher muss machtlos zuschauen, wie die Nahrungsmittelindustrie der Politik die Spielregeln diktiert. Lobbyisten bestimmen, was auf unsere Teller kommt. Und was wir über unser Essen wissen dürfen. Damit wird erst Schluss sein, wenn wir Verbraucher uns zusammenschließen und für unsere Rechte kämpfen.“

Kennen wir alle. Und die meisten Foodblogger sind auch meist bewusste Esser und Konsumenten. Aber trotzdem, auch wir sollten mithelfen, diesem Unwesen ein Bein zu stellen! Stimmt auch mit ab, bei der Vergabe des „Goldenen Windbeutels“. Zur Abstimmung geht es hier!

Unsere gewählten Volksvertreter stellen sich taub. Die abstrusendsten Gesetze werden durchgewunken, die Industrie hofiert. Wahrscheinlich gibt die Hausfrau und Mutter, die ihre Kinder ernähren muss nicht so viel Parteispenden, wie …. Ich spar mir hier einen Namen, um nicht in Schwierigkeiten zu kommen. Wie gesagt, die beschäftigen viele Anwälte.

Darum bitte ich alle Leser meines Blogs, sich an der Wahl des goldenen Windbeutels zu beteiligen.

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8 Kommentare

  1. gute Sache und daher bin ich deinem ‚Aufruf‘ bereits nachgekommen.

    • @ Eva & Eva, Arabella, Wilde Henne, Turbohausfraum, Houdini und Cooketteria

      Wer lesen kann, ist im Vorteil. Das machen aber leider viel zu wenig Menschen. Aber wir könne alle nur hoffen, dass es besser wird.
      Grüße an alle
      Gerd

  2. Ich auch,
    wobei ich nicht 100%ig zustimmen kann. Immerhin können wir noch selbst entscheiden, was wir kaufen und ergo zu uns nehmen. Alle zur Abstimmung vorgeschlagenen Artikel kannte ich noch nicht einmal. ;-)
    Liebe Grüße,
    Eva

  3. Daran beteilige ich mich selbstverständlich.

  4. Ich bin auch nicht ganz einverstanden mit dem Satz «Was wir essen, entscheiden nicht wir selbst. » Doch, ich entscheide selbst, ob ich Junkfood in Form einer K.N.O.R.R.-Tüte in mich reinkippe, oder ob ich mir aus einem Huhn, Sellerie, Karotte, Lauch usw. selber eine Hühnersuppe koche. Keine Lebensmittelindustrie kann mir vorschreiben, ihren Mist in mich zu stopfen – wenn ich es trotzdem tue, dann freiwillig.
    Hingegen ist es schon sehr dreist, etwas als Hühnersuppe bezeichnen zu dürfen, das grad mal 1% Hühnerfett enthält und sonst nix vom Huhn. Das war mein Favorit.

  5. Den Foodwatch Newsletter bekomme ich schon lang und habe daher bereits abgestimmt. So ganz aus der Verantwortung kann ich die Konsumenten dann doch nicht entlassen: Die Nahrungsmittelindustrie kann so einen Schmarrn nur so lang produzieren, so lange es auch jemanden gibt, der das alles kauft. Das sind Diskussionen, die ich immer wieder im Alltag führe, und ich bin immer wieder fassungslos, wie Wurscht es vielen Leuten ist, was sie essen. Wir haben ja eh Lebensmittelgesetze …

  6. Abgestimmt ist, machen wir Schweizer ja immer wieder, gerade gestern Abend per Internet für die nächste Volksabstimmung, ob wir eine öffentliche (staatliche) Krankenkasse wollen statt der Konkurrenz zwischen den Anbietern und ob die Wirte neu die reduzierte MWSt abrechnen dürfen wie auf Nahrungsmittel.
    Ich muss leider Miao öfter mal vorlesen, was auf der Packung steht oder sie es lesen lassen, falls in Thai. Ihr neuster Ausrutscher war eine Dose, von der sie annahm, es sei Kondensmilch, enthaltend 5% Magermilch- und 7% Molkenpulver, 48% Zucker, 10%Palmöl, Rest Wasser. Sie begriff, sagte dann aber, sie wolle wieder einmal Ovaltine trinken mit Geschmack wie in der Kindheit, nämlich mit genau dieser „Kondensmilch“.
    Mai pen rai :-)

  7. Herr C. hat sich langsam daran gewöhnt, dass ich seelenruhig im Laden die ganzen Zutatenlisten studiere und manchmal noch laut meinen Senf dazu gebe, wenn er mit Fertigessen ankommt. Spätestens bei der vierten E-Nummer kapituliert er und holt sich etwas anderes. Es ist schliesslich nie zu spät, etwas dazuzulernen. :-) (P.S. Was natürlich nicht heisst, dass ich besser bin als er. Manchmal landen Sachen bei mir im Einkaufskorb, die ich wirklich nur heimlich im Dunkeln essen sollte. Nobody’s perfect.)

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