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Basilikum – Polentawürfel mit fruchtiger Tomatensauce

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Basilikum (Ocimum sanctum)
basilikumFast alle Köche / Köchinnen, ob Profi oder nur für den Hausgebrauch und alles was so dazwischen liegt, pflegen im Garten eine Kräuterecke, was ja auch löblich ist. Denke ich zurück, so beschränkten sich in meiner Kindheit die Gewürze auf eine kleine Zahl und im Garten wuchs Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel, Dill und Bohnenkraut. Wer keinen Garten sein eigen nennt, der zieht Kräuter auf der Fensterbank oder dem Balkon. Das ist nicht nur eine Augenweide, sondern ein ganz spezielles Dufterlebnis. Vor allem der dichte, dunkelgrüne Basilikumbusch hat es mir angetan. Oft beuge ich darüber und nehme „eine volle Nase“. Es gibt inzwischen eine Unmenge an Basilikumarten: eine die nach Ananas schmeckt, eine andere die nachSchokolade schmeckt und jene vielfältigen Sorten, die eben den typischen Basilikumduft verbreiten. Dieser Duft soll Menschen in den Wahnsinn treiben können. So ist im Namen Basilikum der Name jenes Skorpions Basilik enthalten, der vom Gehirn eines Menschen Besitz ergreift, er am Basilikum riecht.
Ursprünglich stammt Basilikum aus Indien und Nordafrika und der Sage nach wurde es von Alexander dem Großen mit nach Europa gebracht. In Indien wird Basilikum Tulasi und neben weiteren Namen auch Vrinda genannt. Hier ist Basiikum eine der wichtigsten spirituellen Pflanzen der indisch-hinduistischen Kultur und den Göttern Vishnu und Krishna geweiht. Tulasi gilt als Inkarnation der Glücksgöttin Lakshmi, die auch „Mutter Tulsi“ genannt wird. Nach ayurvedischer Auffassung hat Tulasi dennoch spirituelle und geistbewegende Kräfte und Energien. Tulasi öffnet Herz und Geist, reinigt die Aura, was die äußere Ausstrahlung positiv beeinflusst, und spendet die Energie der Liebe und Hingabe, stärkt Glauben, Mitleid und Klarheit.
Den Namen Vrinda hat Basilikum nach dem schönen Mädchen Vrinda. Ihr Ehemann wird in einer undurchsichtigen, schwer nach zu vollziehende Geschichte, in der viele Dämonen und Götter verwickelt sind, aus Eifersucht getötet. In ihrem Schmerz und ihrer Trauer wirft sie sich auf den Scheiterhaufen, auf dem ihr toter Ehemann verbrannt wird und wird somit selbst zum Opfer der Flammen. Die hinduistischen Götter sind von dieser liebenden Hingabe tief beeindruckt und lassen aus den verbrannten Haaren von Vrinda den ersten Basilikumbusch wachsen. Dieses Liebesopfer begründet die bizarre Tradition, de sati genannt wird, nach der Witwen ihren Ehegemahl auf den Scheiterhaufen folgen. Noch immer wird von Zeit zu Zeit von dieser unmenschlichen Sitte berichtet. Indische Freunde versicherten mir, dass diese Entscheidung wohl kaum aus eigenem Willen getroffen wird und Zwang dahinter steht.
lisabettaMit der Verbreitung in Europa ging das Basilikum auch hier in Literatur und Sagen ein. Giovanni Boccacio erzählt in der fünften Geschichten des Decamaron von Elisabeth von Messina. Sie verliebte sich in den einen jungen Mann namens Lorenzo. Doch ihre Brüder, die davon hörten, lockten ihn aus der Stadt und töteten ihn. Dann verscharrten sie seinen Leichnam. Im Traum sieht Lisabetta den Ort, wo ihr Geliebter verscharrt wurde und sie geht hin, schneidet ihm den Kopf ab und nimmt diesen mit nach Hause. Dort legt sie den Kopf in ein großes Glas und pflanzt einen Basilikumbusch darauf, den sie täglich mit ihren Tränen netzt. Er wächst unter diesen liebevollen Behandlung zu einer enormen Größe entwickelt den wunderbaren Duft, den das Basilikum noch heute hat – und Lisabetta stirbt an der unglücklichen Liebe.

Und so getränkt wie nie ein Kraut zuvor
Erhob es sich in grüner Üppigkeit
Und es duftete wie nie ein Kraut zuvor
Auf Florentiner Beeten weit und breit.
Wann spross auch je Basilikum empor
Auf einem Boden, so viel Fruchtbarkeit
Wie Menschenleid, wie Herzensnot und Tod!
Und war’s ein Menschenkopf, der Dünger bot.
tomatensauce
Polentawürfel mit einer fruchtigen Tomatensauce
Zutaten Poletawürfel

125 g Polenta
500 ml Fleischbrühe
3 EL schwarze Oiven, fein gehackt
1 El Rosmarinnadeln, fein gehackt

Zubereitung
polentatopfDie Polenta nach Anleitung kochen. Mit Anleitung meine ich natürlich das, was hinten auf der Packung steht. Ich persönlich nehme gerne die Sorte Bramata, die grobkörnige, die ich auch lange koche. Sie ist viel schmackhafter als die Instantpolentas, die es überall zu kaufen gibt. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich einen sebstrührenden Polentatopf habe, der mir das lästige, ständige Rühren abnimmt. Wenn die Polenta gar ist, gebe ich die feingehackten Oliven und Rosmarinnadeln dazu. Jetzt wird die Polenta ca. 2 cm hoch in eine Form gestrichen, wo ich sie erstarren lasse.

Zutaten Tomatensauce
Olivenöl
Tomaten
milde Zwiebeln
Knoblauch
Sternanis
Zimtstange
Oregano
Thymian
Rosmarin
Salbei
Basilikum
schwarzer Pfeffer, Salz, Zucker
Balsamico

Zubereitung
Die Zwiebeln ganz langsam im heißen, nicht siedenden Olivenöl anziehen lassen. Die Gewürze bis auf Salz, Pfeffer und Zucker zugeben und alles gut eine Stunde weiter köcheln lassen.
Die Tomaten schälen, entkernen und den inneren Teil auf ein Sieb geben, damit der Saft aufgefangen wird. Das Fleisch der Tomate in Streifen schneiden und zu den Zwiebeln geben. Jetzt den Knoblauch (nur wenig!) dazugeben. Für eine weitere Stunde köcheln lassen. Dann nehmen wir die Kräuter, das Sternanis und die Zimtstange heraus.
Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken, den Balsamico (wenig!) zufügen und erneut abschmecken, bis die Sauce eine vollmundige Note hat.
Jetzt geben wir den Saft der Tomaten hinzu und erhöhen die Hitze und lassen die Sauce auf eine dickliche Konsistenz einkochen.
Drei, vier Minuten vor dem Servieren kommen die feingeschnittenen Basilikumblätter dazu.
polenta_frittiert
Die Polentascheibe wird in Streifen geschnitten, frittiert und mit der Sauce serviert.

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