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Arme Ritter – auf Schloss Burg

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Der Frühling will und will nicht kommen. Der Ostermontag brachte dann die ersten Sonnenstrahlen seit langer Zeit. Warm war es noch nicht, aber überall sah man die Menschen dick vermummt in die Natur strömen. Das war die richtige Gelegenheit wieder einmal Schloss Burg im Bergischen Land zu besuchen. Eine liebe Kindheitserinnerung für mich.
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Ich hatte schon einmal von der Bergischen Kaffeetafel berichtet. Diesmal war es erst Mittag und zu früh für eine Kaffeetafel. Dies bekannteste Produkt des Bergischen Landes wird wohl inzwischen den ganzen Tag serviert, wie ich feststellen konnte. Nur noch wenige Gerichte, die angeboten wurden, hatten lokalen Charakter. Was liegt da näher, als neben der wunderschön renovierten Burg „Arme Ritter“ zu essen.
Schon die Römer kannten diese einfache Speise. In „De re coquinaria“, einem antiken römischen Kochbuch, findet sich dieses Rezept. Und dann taucht es wieder im Buch von guter spyse aus dem 14. Jahrhundert auf. Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm werden sie zitiert: „snit denne aht snitten arme ritter und backe die in smalze niht zu trüge.“ 1601 erscheint dann das erste Mal der Begriff „Arme Ritter“. Valerius Herberger nennt sie so in seinem Buch „Magnalia Dei“ oder „Die großen Thaten Gottes“. Der Name lässt darauf schließen, dass es auch die Speise von „Rittern“ war, wenn die Zeiten nicht so üppig waren. Damals nahm man wohl altes Brot und übergoss es mit Eiermilch. Heute nimmt man Weißbrotscheiben, die durch süße Eiermilch gezogen und goldgelb ausgebacken werden.
Eine kleine Zwischendurchspeise die man wunderbar variieren kann. Ich habe sie als Kind am liebsten mit Apfelkompott aus Renetten gegessen. Manches Mal gab es sie mit Zimt und Zucker oder sonstigen Kompotten. Als ich mich dann später auf Reisen für fremde Rezepte interessierte fand ich dies Rezept vielfältig wieder: Knights of Windsor heißen sie in England, in den USA werden sie als French Toast angeboten, in Russland als Grenki und in Ungarn als bundás kenyér. Diese Liste könnte man sicher noch lange fortsetzen und ich glaube, dass wir es hier mit einem der universellsten Gerichte zu tun haben, die es gibt.
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Zutaten:
Weißbrotschnitten
Eier
Milch
Zucker
Butterschmalz
Zimt

Zubereitung
Die Milch mit Eier und wenig Zucker vermischen und die Weißbrotschnitten durchziehen. In Butterschmalz langsam goldbraun backen.
Mit Zimt und Zucker bestreuen.

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Ein Kommentar

  1. Fotzelschnitten heissen die Dinger in der Schweiz: altes, aber noch nicht ganz hartes Brot, wird erst kurz in Milch eingeweicht, dann durch ein verkleppertes, gesalzenes Ei gezogen. Anschliessend in Butterschmalz ausgebacken. Entweder man streut Zimt und Zucker über die Fotzelschnitte und isst dazu Zwetschgenkompott oder Apfelmus. Oder aber es gibt die Fotzelschnitten als salzige Variante, dann kommt dazu eine Schüssel Salat.

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